ÖRK-Vollversammlung: Aufbruch zur Pilgerreise für Gerechtigkeit und Frieden

Pastor Olav Fykse Tveit, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, entwarf zur Eröffnung der ÖRK-Vollversammlung in Busan eine Vision für die Arbeit des ÖRK in den kommenden Jahren. Die 10. ÖRK-Vollversammlung findet vom 30. Oktober bis 8. November in Busan (Südkorea) statt.


Tveits Vision für die Periode bis zur nächsten Vollversammlung sei eine Pilgerreise für Gerechtigkeit und Frieden, wie der ÖRK am 31. Oktober mitteilte. Tveit, der seit 2010 ÖRK-Generalsekretär ist, rief die Delegierten auf, zum Wesentlichen zurückzukehren und benannte vor allem vier Bereiche. Als erstes sprach er von christlicher Solidarität. Jesus nachzufolgen bedeute, die vorrangige Option für die Armen zu wählen, so Tveit. Als zweites nannte er das Streben nach sichtbarer christliche Einheit: Der ÖRK habe hier die Aufgabe, andere ökumenische Institutionen, das Globale Christliche Forum und alle weiteren Partner zu befähigen.

«Die Identität der Kirche ist missionarisch», sagte Tveit gemäss Mitteilung und verband damit das Thema Einheit eng mit der dritten Aufgabe, der Mission. Er zitierte aus der neuen ÖRK-Missionserklärung, die jetzt in Busan diskutiert wird: «Tatsächlich wird Mission von den Rändern der Gesellschaft definiert und kommt von daher zu uns.» Für 2017 kündigte er eine Konferenz von Glauben und Kirchenverfassung zum Thema Erneuerung als wichtige Gelegenheit zur Feier des 500-jährigen Reformationsjubiläums an. Als viertes sprach Tveit ausführlich über Fragen der Friedensarbeit.

Für Zentrum in Genf
Tveit sprach sich auch deutlich für das Ökumenische Zentrum in Genf aus. Das ÖRK-Hauptquartier sei ein «ganz eigener Aktivposten». Auch wenn der ÖRK vor allem dort angesiedelt sei, wo die Mitgliedskirchen sind, so Tveit, sei es ein grosser Vorteil, in Genf zu sein, «im Herzen der internationalen Organisationen und ihrer Arbeit für Gerechtigkeit, Frieden und Menschenrechte, für Kinder, Gesundheit und Abrüstung».