Neues Oberhaupt für orthodoxe Ukrainer

Metropolit Onufri (69) leitet in Zukunft die zum Moskauer Patriarchat gehörende orthodoxe Kirche der Ukraine.

Ukrainische Nationalfarben: Eine zweigeteilte Flagge für ein zweigeteiltes Volk mit zweigeteilten orthodoxen Gläubigen. Wikimedia

Ein Bischofskonzil wählte am Mittwoch im Kiewer Höhlenkloster den Metropoliten aus dem westukrainischen Czernowitz zum Nachfolger des Anfang Juli verstorbenen Kiewer Metropoliten Wolodymyr.

Onufri leitete bereits seit knapp einem halben Jahr übergangsweise die Kirche. Ende Februar hatte das Leitungsgremium der Kirche, der Heilige Synod, Wolodymyr krankheitshalber von seinen Amtsgeschäften entbunden und Onufri zum kommissarischen Vorsteher berufen.

Balanceakt zwischen Kiew und Moskau

Der 69-jährige Metropolit legt Wert auf eine gute Zusammenarbeit mit der russisch-orthodoxen Kirche, verurteilte allerdings im Gegensatz zum Moskauer Patriarchen Kyrill I. die Annexion der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim durch Russland. Das neue Kirchenoberhaupt soll am Sonntag inthronisiert werden.

In der Ukraine gibt es nebeneinander eine orthodoxe Kirche des Kiewer und eine des Moskauer Patriarchats. Zu beiden bekennen sich laut Umfragen etwa gleich viele Gläubige. Zudem besteht die kleinere «Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche». Die Moskau unterstehende ukrainisch-orthodoxe Kirche geniesst eine weitreichende Autonomie. (kipa)