Heftig diskutiert wurde das redaktionelle Leitbild. Die Genfer Kirche (EPG) verlangte nicht weniger als acht Änderungen. Im Mittelpunkt stand die Frage, inwieweit die neue Zeitung einen bekennenden Charakter haben solle. «Wir können uns kein protestantisches Kulturjournal mehr leisten. Unsere Zeitung muss der Mission der Kirche dienen, das Evangelium zu verkünden», sagte EPG-Präsident Emmanuel Fuchs. «Es ist schon problematisch, wenn im Leitbild einer Kirchenzeitung die Worte Bibel, Evangelium oder Jesus Christus nicht vorkommen.» Schliesslich einigten sich die Kirchen auf die Erwähnung des «kirchlichen» Charakters der Zeitung.
Waadt muss mehr zahlen
Auch der Finanzierungsschlüssel gab zu reden. Für die waadtländische Kirche (EERV, die grösste der beteiligten Kirchen) würde die neue Zeitung teurer als die bisherige «Bonne nouvelle», während Genf, Neuenburg und Bern-Jura-Solothurn sparen könnten. Die Frage war, wieviel die EERV mehr zahlen müsste, die Voranschläge lagen zwischen 15’000 und 96’000 Franken. Die waadtländischen Delegierten gaben zu verstehen, dass für sie nur die kostengünstigste Variante in Frage käme. Das würde wiederum die Kosten für Genf um 26’000 Franken erhöhen, was laut Fuchs dem Genfer Consistoire (Parlament) «schwer zu vermitteln» sei.
Das neue Produkt muss noch von den Kirchenparlamenten der betroffenen Kirchen gutgeheissen werden. Die erste Ausgabe soll im Herbst 2016 zum Auftakt des Reformationsjubiläums erschienen.