LGBT-Christen sagen nach Drohungen Treffen in Armenien ab

Im Vorfeld der LGBT-Konferenz für Christen häuften sich homophobe Vorfälle.


Eine Konferenz von LGBT-Christen (lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell) in Armenien wurde wegen Gewalt und Drohungen abgesagt. Im Vorfeld der Veranstaltung hätten sich homophobe Vorfälle gehäuft, schreibt «Forum of LGBT Christians of Eastern Europe and Central Asia» am 6. November.

Mitarbeiter hätten Todesdrohungen erhalten und seien verfolgt worden. Ausserdem seien Touristen verprügelt worden, weil die Angreifer sie für Konferenzteilnehmer hielten. Einheimische Teilnehmer fürchteten um ihre Sicherheit und die Polizei biete nicht genügend Schutz.

Hetze im Abstimmungskampf

Das Forum sollte vom 15. bis 18. November in der armenischen Hauptstadt Jerewan stattfinden. Die Veranstalter führen die zunehmende Gewalt auf den bevorstehenden Abstimmungskampf zurück. Konservative Parteien hätten zunehmend gegen die Konferenz gehetzt. Im Dezember finden in Armenien Parlamentswahlen statt.

Nächstes Jahr werde wieder eine Konferenz durchgeführt. Wo sei noch unklar. Die LGBT-Gläubigen, -Aktivisten und –Pastorinnen treffen sich seit 2004 jährlich zu Diskussionen und Gebeten. Ziel der ökumenischen Konferenz ist die Inklusion und Gleichberechtigung von LGBT in Kirchen und christlichen Organisationen. (pd)