Koran geschändet: Christen in Pakistan totgeprügelt und verbrannt

Weil sie angeblich den Koran geschändet haben sollen, sind zwei Christen in Pakistan von wütenden Menschen zu Tode geprügelt und verbrannt worden.

Zwei Christen in Pakistan sollen angeblich einen Akt der «Entweihung des heiligen Koran» begangen haben. Jetzt sind sie tot. (Bild: Wikimedia)

Die Polizei erklärte am Dienstag, dass es in der östlichen Ortschaft Kot Radha Kishan am Vortag einen Akt der «Entweihung des heiligen Koran» gegeben habe. Einen Tag später sei das Ehepaar erschlagen und seine Leichen in einem Ziegelofen verbrannt worden. Die Behörden des Bundesstaats Punjab beauftragten nach eigenen Angaben ein dreiköpfiges Komitee damit, die Ermittlungen zu beschleunigen. Die Sicherheitsvorkehrungen in christlich geprägten Wohngegenden der Provinz würden nun verschärft.

Blasphemie mit tödlichen Folgen

Blasphemie ist ein schwerwiegender Vorwurf in dem mehrheitlich von Muslimen bevölkerten Land. Selbst unbestätigte Gerüchte über angebliche Schändungen religiöser Symbole lösen öfters Krawalle aus. Wer wegen Beleidigung des Islams verurteilt oder auch nur verdächtigt wird, droht als Opfer tödlicher Selbstjustiz zu enden. Eine Christin sitzt seit November 2010 in Pakistan im Todestrakt, weil sie schuldig gesprochen wurde, im Gespräch mit einer muslimischen Frau abschätzig über den Propheten Mohammed gesprochen zu haben. Ein unter einer schweren Geistesstörung leidender Brite, der im Januar wegen Gotteslästerung zum Tode verurteilt worden war, wurde vergangenen Monat von einem Gefängniswärter erschossen. (sda)