Klare Mehrheit der Deutschen für aktive Sterbehilfe

Zwei Drittel der Deutschen sind laut einer Allensbach-Umfrage für eine gesetzliche Freigabe der aktiven Sterbehilfe. 67 Prozent sprechen sich dafür aus, unheilbar Schwerstkranken auf deren Wunsch hin Sterbehilfe zu leisten.

Vor dem Begräbnis stellt sich die Frage, wie gestorben werden soll: Nur noch eine Minderheit von sieben Prozent der Deutschen spricht sich in der Umfrage gegen passive Sterbehilfe aus. Bild: Wikimedia

Das ist ein Anstieg von 9 Prozentpunkten im Vergleich zu 2008, wie das Meinungsforschungsinstitut am Montag, 6. Oktober, mitteilte. Zugleich fordern 60 Prozent der Befragten, private Sterbehilfe-Organisationen wie etwa in der Schweiz auch in Deutschland zu erlauben.

Zustimmung quer durch Alters- und Bevölkerungsschichten

Nur noch eine Minderheit von sieben Prozent der Deutschen spricht sich in der Umfrage gegen passive Sterbehilfe – also gegen das Einstellen lebensverlängernder Massnahmen – aus. Die Zustimmung zu aktiver Sterbehilfe geht quer durch Alters- und Bevölkerungsschichten. Auch unter Christen gibt es eine grosse Mehrheit dafür. Eine höhere Ablehnung findet sich nur unter Christen, die ihrer Kirche enger verbunden sind und regelmässig Gottesdienste besuchen: Hier sprachen sich 39 Prozent für eine Freigabe der aktiven Sterbehilfe aus.

Regelung zur Suizidbeihilfe soll kommen

Für die repräsentative Umfrage wurden Anfang September bundesweit 1 500 Personen über 16 Jahre befragt. In den kommenden Monaten will der Bundestag über Sterbehilfe und Beihilfe zum Suizid debattieren. Bis Ende 2015 soll eine gesetzliche Regelung zur Suizidbeihilfe verabschiedet werden. (kipa)