Das Gesetz wurde im Vorfeld stark diskutiert. Vertreter verschiedener Kirchen sprachen sich dagegen aus. Auch eine Gruppe von Parlamentarierinnen kritisierte den Entwurf, weil er gegen die Gleichstellung von Frau und Mann verstosse. So könne der Mann alleine entscheiden, ob er eine weitere Frau heiratet. Schon vorhandene Ehefrauen müssten nicht um Zustimmung gefragt werden.
Bereits vor der Neuregelung praktizierten einige ethnische Gruppen des ostafrikanischen Landes Polygamie. Es wurde bislang aber nur für die erste Ehe eine Heiratsurkunde ausgestellt. Gesetzesbefürworter betonten deshalb, eine ohnehin gängige Praxis bekomme nun einen rechtlichen Rahmen. Zugleich wurde das Heiratsalter auf 18 Jahre heraufgesetzt.
In ihren Plädoyers für das neue Ehegesetz argumentierten die kenianischen Abgeordneten im März über alle Parteigrenzen hinweg, die polygame Ehe werde von der Bibel unterstützt und entspreche der afrikanischen Tradition, wie der Evangelische Pressedienst berichtet. König David und König Salomon hätten niemanden um Erlaubnis gefragt, ehe sie weitere Frauen heirateten, hiess es damals unter anderem.