Katholische Gruppierungen weltweit fordern mehr Mitsprache

Mehr als 100 katholische Initiativen und Gruppierungen aus aller Welt haben in einem Brief an Papst Franziskus und die acht Beraterkardinäle mehr Mitsprache gefordert. Darin bitten sie auch um ein Gespräch, um mit dem Papst über die künftige Leitungsform der römisch-katholischen Kirche zu sprechen, wie die Nachrichtenagentur sda meldet.


Das Schreiben wurde am Mittwoch, 25. September, im Vorfeld des Konsistoriums am 30. September und des anschliessenden ersten Treffens der von Franziskus ernannten Beratergruppe vom 1. bis 3. Oktober in mehreren Städten in aller Welt der Öffentlichkeit vorgestellt.

«Dialog und die Anerkennung von Gewissensentscheidungen sollen autoritäre Herrschaftsausübung ersetzen», so der Wunsch der Briefautoren. Die Kirche müsse sich noch mehr für soziale Gerechtigkeit sowohl innerhalb als auch ausserhalb der Kirche einsetzen. Bischöfe, die die durch Kleriker ausgeübte sexuelle Gewalt verharmlost oder vertuscht haben, «sollen aus dem Amt entfernt werden».

Als gegenwärtige kirchliche Krisensymptome werden neben den Missbrauchsfällen in vielen Ländern auch die Finanzpolitik im Vatikan und sowie die «zerstörerischen Auswirkungen des Klerikalismus», den auch der Papst angeprangert habe, genannt. Die seit 1996 bestehende internationale Bewegung «Wir sind Kirche» habe mit ihren Anliegen den Brief wesentlich geprägt, heisst es in der Mitteilung.

Unter den mehr als 100 Gruppen aus allen Kontinenten werden «Call to Action» und der «American Catholic Council» in den USA angeführt, «Catholics for a Changing Church» in Grossbritannien, «Redes Cristianas» in Spanien, "Australian Reforming Catholics" sowie weitere Bündnisse in insgesamt knapp 40 Ländern.