Zum Auftakt seines einwöchigen Besuches zum Weltjugendtag in Rio fuhr der 76-Jährige nach der Landung vom Flughafen demonstrativ in einem Kleinwagen ins Zentrum. Das Auto wurde auf einer Fahrbahn mehrfach von Hunderten Menschen umringt, die dem Papst durch das heruntergekurbelte Autofenster Briefe und Geschenke auf die Rückbank warfen. Den Sicherheitskräften, die das Auto begleiteten, gelang es zeitweise nicht, die Papst-Fans auf Distanz zu halten. Es kam zu hektischen Szenen.
Zu dem katholischen Jugendtreffen mit Franziskus, das 23. Juli beginnt, werden rund 1,5 Millionen Pilger erwartet. Es endet am Sonntag mit einer grossen Messe weit vor den Toren Rios. Für den Argentinier Jorge Mario Bergoglio ist es die erste Auslandsreise in seinem Pontifikat.
Nach einer Ansprache des Papstes kam es in der Nähe des Gouverneurspalasts zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten. Dabei wurde aus der Menge ein Molotow-Cocktail geworfen, wie die Polizei mitteilte. Ein Beamter sei durch den Brandsatz verletzt worden.
Nach Angaben der Fernsehsenders Globo wurde ein Journalist durch einen Brandsatz verletzt. Die Polizei habe neben Tränengas und Wasserwerfern auch Gummigeschosse eingesetzt, hiess es. Die Polizei meldete fünf Festnahmen.
Die Demonstranten protestierten gegen die Kosten des Papst-Besuchs und des Weltjugendtags, die mit umgerechnet 50 Millionen Franken angegeben werden. Schon im Juni waren hunderttausende Brasilianer auf die Strassen gegangen, um gegen kostspielige Grossereignisse wie die Fussball-WM 2014 oder die Olympischen Spiele 2016 zu protestieren. Die brasilianischen Behörden haben zum Papst-Besuch ein massives Polizei- und Militäraufgebot von insgesamt 30’000 Beamten mobilisiert.