Jordanien: Katholische Kirche kritisiert Bibelverteilung

Die katholische Kirche in Jordanien kritisiert Missionierungsversuche von Evangelikalen unter syrischen Flüchtlingen. Damit werde versucht, deren Notsituation auszunutzen, so der katholische Bischof Maroun Lahham zum vatikanischen Pressedienst «Fides» am 30. Juli.


Wie die katholische österreichische Nachrischtenagentur KAP schreibt, reagierte Lahham damit auf ein Internetvideo, das derzeit in Jordanien für Diskussionen sorgt. Es zeigt Anhänger evangelikaler Gruppen bei der Bibelausgabe im Flüchtlingslager Zaatari, dem grössten in Jordanien. Die Urheber des Videos kritisieren darin die Zurückhaltung der katholischen Kirche bei der Evangelisierung von Muslimen. «Auf diese Weise instrumentalisiert man humanitäre Initiativen für Abwerbungsversuche, die mit der wahren Dynamik des christlichen Zeugnisses nichts zu tun haben», sagt dagegen Lahham.

In dem vor einem Jahr errichteten Flüchtlingslager Zaatari leben laut Fides derzeit rund 120 000 Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien. Wegen der häufig drohenden Diskriminierung von Konvertiten in islamischen Ländern verzichtet die katholische Kirche dort seit langem auf aktive Missionierung.