Israels Regierung will Ultraorthodoxe zu Wehrdienst verpflichten

Die Mehrheit der strengreligiösen jüdischen Israelis über 21 Jahre soll ab 2017 zum Dienst an der Waffe verpflichtet werden. Die Regierung stimmte am Sonntag einem entsprechenden Entwurf zur Reform des Wehrdienstgesetzes zu.


Vom Wehrdienst weiterhin befreit bleiben sollen 1800 besonders begabte Tora-Schüler. Das Gesetz muss nun vom zuständigen Ministerialkomitee geprüft werden und soll in den kommenden Wochen vor das Parlament kommen.

Die Überarbeitung des Wehrpflichtgesetzes sorgt in Israel seit Monaten für heftige Debatten. Bereits im vergangenen Juli waren das Wehrpflichtgesetz und damit die allgemeine Wehrdienstbefreiung ultraorthodoxer Tora-Studenten ausgelaufen. Israels Oberster Gerichtshof hatte diese Freistellung zuvor für verfassungswidrig erklärt und die Regierung zu einer Neuordnung der Wehrpflicht aufgefordert. Strengreligiöse Gruppierungen wehren sich gegen den Einzug zum Armeedienst.