Irland erlaubt Abtreibung: Bischöfe protestieren

Irlands Präsident Higgins hat am 30. Juli ein lang umkämpftes Abtreibungsgesetz in Kraft gesetzt. Die Irische Bischofskonferenz kündigte an, das Gesetz mit einer Verfassungsbeschwerde anzufechten, wie die katholische Nachrichtenagentur kipa schreibt.


Damit sind erstmals in der Geschichte des katholischen Landes Schwangerschaftsabbrüche unter bestimmten Bedingungen legal. Mit der Unterzeichnung verzichtete der Präsident auf die Möglichkeit, das Gesetz vom Obersten Gerichtshof auf seine Verfassungsmässigkeit überprüfen zu lassen.

Das Gesetz erlaubt Abtreibungen, wenn eine Fortsetzung der Schwangerschaft das Leben der Frau gefährdet. Die Debatte wurde in den vergangenen Monaten angeheizt durch den Tod der 31-jährigen Inderin Savit Halappanavar. Sie starb im Oktober 2012 nach Schwangerschaftskomplikationen an einer Blutvergiftung, nachdem ihr Ärzte einer irischen Klinik eine Abtreibung verwehrt hatten. Eine Untersuchungskommission verlangte von der Regierung, rechtliche Klarheit für Abtreibungen in medizinischen Notfällen zu schaffen.

Die katholische Kirche hatte bis zuletzt gegen das Abtreibungsgesetz opponiert. Erzbischof Eamon Martin, designierter Primas des Landes, rief die Abgeordneten auf, ihrem Gewissen zu folgen und gegen die Reform zu stimmen. Eine Legalisierung von Abtreibung sei eine «Kooperation mit dem Bösen». Die Irische Bischofskonferenz kündigte vor der Parlamentsentscheidung an, das Gesetz mit einer Verfassungsbeschwerde anzufechten.