Hans Küng begrüsst Initiativen von Papst Franziskus

Hans Küng will Papst Franziskus «in allen Fällen» unterstützen. Er hoffe, dass der Papst den Zölibat «offen diskutieren» lässt und dann entscheide, sagte Küng laut Vorabmeldung auf «Deutschlandradio Kultur».


Auch eine Revision der Enzyklika «Humanae vitae» (1968), die Katholiken die künstliche Empfängnisverhütung untersage, mahnte der Theologe an. Er wünsche sich, dass Papst Franziskus den Mut und die Kraft habe, eine Revision durchzusetzen, so der 85-Jährige.

Zugleich begrüsste Küng die Fragebogenaktion des Vatikan zur Vorbereitung auf die ausserordentliche Bischofssynode zur Familie im Oktober 2014. Nach seiner Meinung sei es das erste Mal, «dass man tatsächlich auch die Basisdemokratie in der Kirche ernst nimmt». Damit schalte Papst Franziskus auch die «Laienschaft» in innerkirchliche Diskussionen ein, erklärte der emeritierte Professor für Ökumenische Theologie.

Küng verteidigte zudem seine Thesen zur Sterbehilfe, von denen sich die Diözese Rottenburg-Stuttgart kürzlich distanziert hatte. «Ich schliesse aktive Sterbehilfe nicht aus», unterstrich der an Parkinson erkrankte Wissenschaftler. Dass man selber über das Leben verfügen können solle, sei allerdings ein radikaler Vorschlag und er verstehe, dass er dafür nicht nur Zustimmung erfahre.