Unruhen in Mali

Halbe Million Kinder kann Schule nicht besuchen

In Mali leiden vor allem Kinder unter den anhaltenden Ausschreitungen. Viele sind von Hunger bedroht, es fehlt an medizinischer Versorgung. Der Schule müssen die Kinder fern bleiben.

Kinder leiden laut dem Hilfswerk Unicef am stärksten unter der schweren Gewalt in Mali. Dutzende Minderjährige seien alleine in diesem Monat im Norden und in der Mitte des westafrikanischen Krisenlandes getötet worden, sagte der Unicef-Beauftragte für Mali an einer Zusammenkunft in Genf.

Eine Million Kinder unter fünf Jahren sei vom Hunger bedroht, zudem seien sie durch Krankheiten wie Polio und Masern gefährdet. Kurz vor Beginn des Schuljahres seien mehr als 1.500 von 9.000 Schulen nicht in Betrieb. Insgesamt seien eine halbe Million Kinder von dem drohenden Unterrichtsausfall betroffen. Nur in einem friedlichen Land könnten alle Kinder zur Schule gehen, vollständig geimpft werden, vor schweren Verletzungen geschützt werden und frei von Hunger leben. 

In Mali erobern islamistische Gruppen immer mehr Gebiete. Sie greifen Dörfer und Städte an, viele Menschen fliehen vor der Gewalt und den unhaltbaren Lebensbedingungen. Die malische Militärregierung hatte die Vereinten Nationen im Juni aufgefordert, ihre Mission abzuziehen. Seit Juli werden die kleineren Militärbasen an die malische Armee übergeben. Bis zum Jahresende sollen alle Soldatinnen und Soldaten abgezogen sein. Die malische Armee setzt derweil auf die Zusammenarbeit mit der russischen Söldnerfirma Wagner. (epd/ jow)