Der zwölfjährige Alyosha beeilt sich nicht, nach Hause zu kommen. Dort erwartet ihn nähmlich der Rosenkrieg seiner Eltern Zhenya und Boris. Diese stecken nicht nur mitten in der Scheidung, sondern auch schon mitten in neuen Beziehungen, in denen ihr Sohn keinen Platz hat.
Alyosha spürt die Ablehnung und schluckt sie weinend und unbemerkt in seinem Zimmer herunter. Lange unbemerkt bleibt dann auch sein plötzliches Verschwinden, das eine grosse Suchaktion seitens der Eltern und freiwilligen Helfern auslöst.
Menschliche Abgründe
Regisseur Andrei Swjaginzew lotet in «Loveless» menschliche Abgründe aus und findet dafür verstörende, aufwühlende, schonungslose Einstellungen. Lange, düstere, bedrohliche Sequenzen sorgen für kaum auszuhaltende Spannung. Musik wird dezent und passend eingesetzt und unterstreicht die zermürbende Stimmung.

Alyosha (Matvey Novikov) fühlt sich ungeliebt und vernachlässig. In diesem lieblosen Daheim will er nicht bleiben. (Bild: Cineworx)