Im weissen Jeep kurvt Barakah durch Dschidda und zensiert Regelbrecher. In höflichem Konversationston schliesst er Lokale, Läden und illegale Schnapsbrennereien. Als Laienschauspieler öffnet ihm das Theater die Welt der Kunst. Bibi, Adoptivtochter eines reichen Paares, vertritt als Instagram-Star die moderne Welt. Sie dreht einen Werbefilm und Barakah soll den illegalen Dreh zensurieren.
Graubereiche abtasten
Barakahs Naivität und Liebe zur arabischen Kultur faszinieren Bibi, ihre Wildheit und ihr Wille zur Freiheit berauschen Barakah. Treffen zwischen Unverheirateten sind nicht erlaubt, so tasten die beiden Graubereiche ab. Sie werden sich gegenseitig zum Barakah, zum Segen: Bibi bekennt sich zu ihrem Taufnamen Barakah, Barakah nimmt den Künstlernamen Bibi an. Doch ihre vermeintlichen Freiräume entpuppen sich als Illusionen.
Zwischen Melancholie und Ausgelassenheit
Die Komödie spielt in Saudi-Arabien, dem Land der Baustellen, Regeln, Hierarchien und Verlogenheiten. Die Gesellschaft steht zwischen Moderne, abergläubischer Bauernwelt und Hingabe an die Vergangenheit.
Was am Ende bleibt, sind die Bilder des Films und die melancholisch-lebenslustige Stimmung: Bibi und Barakah auf Kinderschaukeln, Barakah beim Kauf eines BHs für eine Theaterrolle, klassische arabische Musik und melancholische Lebensweisheiten.
Die reformierte Pfarrerin, Eveline Saoud, ist Mitglied im reformierten Arbeitskreis Kirche und Film. In loser Folge schreiben Pfarrpersonen und kirchliche Mitarbeitende aus dem Arbeitskreis Filmtipps.
«Barakah meets Barakah», Saudi-Arabien 2016, Regie: Mahmoud Sabbagh, Besetzung: Hisham Fageeh, Fatima Al Banawi, Sami Hifny; Verleih: Trigon
Kinostart: ab 15. September 2016 (Luzern, Bern, Zürich)