Film-Tipp: Der richtige Ton für die Favela

Wie in einer Favela ein Sinfonieorchester gegründet wurde: Der brasilianische Spielfilm «Acorda Brasil – The Violin Teacher» beruht auf einer wahren Geschichte und startet diese Woche in den Kinos.

Der begabte Violinist Laerte träumt schon von Kindesbeinen an von einer Karriere als Profimusiker. Doch bei der Audition zur Aufnahme ins Sinfonieorchester von São Paulo scheitert er an seinen eigenen hohen Erwartungen.

Um seine Rechnungen bezahlen zu können, nimmt er widerwillig einen Job als Musiklehrer an einer Schule in der Favela Heliópolis an. Aus Laertes anfänglichem Desinteresse – denn die Jugendlichen treffen keinen Ton – erwächst jedoch nach und nach Respekt für seine Schülerinnen und Schüler, die sich tagtäglich mit Gewalt, Kriminalität, Armut und zerrütteten Familien konfrontiert sehen. Der Musiker findet nicht nur Gefallen an seiner sinnvollen Aufgabe, er findet darin auch den Schlüssel zu sich selbst und den Emotionen, die der Musik in ihm erst Leben verleihen.

Anderer Blickwinkel

Der Film wurde von der tatsächlichen Gründungsgeschichte des Sinfonieorchesters «Heliópolis» inspiriert und lebt von seiner authentischen Umgebung und den unverbrauchten, jungen Gesichtern.

Allen voran überzeugt Lázaro Ramos in der Rolle des an sich selbst zweifelnden Lehrers, der keinen Platz im Leben zu finden scheint. Was «Acorda Brasil» (Regie: Sérgio Machado) darüber hinaus herausstechen lässt aus der Masse an Filmen, die den Brennpunkt Schule thematisieren, ist sein anderer Blickwinkel. Nicht der Schüler steht hier im Vordergrund, sondern der Pädagoge, der viel gibt, aber noch viel mehr dabei lernt.