Fiasko bei Papstankunft in Brasilien

Brasiliens politische Führung reagiert mit Verstörung auf das Fiasko bei der Einfahrt von Papst Franziskus in die Innenstadt von Rio de Janeiro am Montagabend, dem 22. Juli.


Offenbar hatte der Kolonnenführer des Papst-Konvois, der vom Flughafen zur Kathedrale fahren sollte, die Orientierung verloren. Dadurch gelangte der Konvoi statt auf einer eigens für den Papst gesperrten vierspurigen Strasse in eine kleine Gasse neben einer Reihe geparkter Busse, womit das Chaos perfekt war.

Eingeklemmt zwischen Bussen und der Leitplanke sowie Tausenden Menschen, die von überallher herbeiströmten, wirkte das Papstauto wie ein hilfloser Spielball. Obendrein musste auch noch ein quer stehender Polizeiwagen von der Strasse geschoben werden.

Die schärfste Kritik in den Medien richtete sich wegen des Vorfalls gegen Justizminister Eduardo Martins Cardozo, dem die – offensichtlich völlig überforderte – Bundespolizei untersteht. Cardozo ist für die Sicherheit beim Papstbesuch und beim Weltjugendtag verantwortlich.

Vatikansprecher Federico Lombardi sagte später, der Papst sei über den überaus herzlichen Empfang sehr erfreut gewesen. Hinter den Kulissen gab es allerdings massive Kritik. Die Situation hätte nicht nur für den Papst, sondern auch für die vielen Menschen gefährlich werden können, hiess es. Es habe nicht viel gefehlt, und es hätte Verletzte oder gar Tote gegeben.