Synode

«Eine Revision der Verfassung ist dringend»

Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen hat die neuen Regeln des Finanzausgleichs bestätigt und die Arbeit an einer neuen Verfassung eingeleitet.

Der Rat der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen muss bis in einem Jahr eine Projektstruktur zur Revision der Verfassung vorlegen, das hat die Synode beschlossen. Sie folgte damit der Empfehlung der vorbereitenden Komission, wie es in einer Mitteilung heisst.

Die Kommission hält eine Verfassungsrevision für dringend, denn: Die jetzige Verfassung stammt aus dem Jahr 1974 und in den vergangenen fünfzig Jahren hätten sich Gesellschaft und Kirche grundlegend geändert. Der Kirchenrat geht davon aus, dass die Gesamterneuerung der Verfassung bis zu fünf Jahre in Anspruch nehmen wird.

Einen knappen Entscheid gab es bei der zweiten Lesung der Anpassungen des Reglements des Finanzausgleichs. In erster Lesung hatte man das Reglement um eine Frist ergänzt: Kirchgemeinden, die vom Finanzausgleich profitieren und weniger als 1000 Mitglieder haben, sollen innerhalb von fünf Jahren mit anderen Kirchgemeinden fusionieren. Der Antrag, diese Frist wieder zu streichen, wurde mit nur einer Stimme Unterschied abgelehnt.

Die Rechnung der Kantonalkirche schliesst mit einem Aufwand von 19,8 Millionen Franken und einem Ertrag von 19,95 Millionen Franken. Damit liegt sie rund 500'000 Franken über Budget: Man war von einem Verlust von 350'000 Franken ausgegangen. Hauptgrund sind die Steuererträge, die höher ausfielen als budgetiert.

Schliesslich wählte die Synode Ueli Schläpfer als Präsident des Parlaments und Julia Roelli als Vizepräsidentin. Stefan Lippuner scheidet aus dem Amt aus. (dst)