«Das grösste Problem ist der Hunger, denn die Menschen finden nichts zu essen», heisst es in der am Montag veröffentlichten YouTube-Botschaft des Niederländers Frans van der Lugt. Der Pater und Psychotherapeut ist seit 1966 in Syrien. Die Echtheit der Botschaft wurde von den Jesuiten-Gemeinden in den Niederlanden und in Flandern bestätigt.
Das knapp eineinhalb Minuten lange Video, das auf das Internetportal gestellt wurde, zeigt den 75-jährigen Pater offenbar in einer Kirche zwischen gelben Kartonschildern. Darauf ist zu lesen: «Acht Fälle von Hungertoten», «100 Fälle von Menschen, die dringender Operationen bedürfen», «250 Familien kurz vor dem Hungertod» und «An Hunger zu sterben ist viel schmerzhafter als an Chemiewaffen». Erst kürzlich hatten Rebellen mit ebensolchen gelben Schildern auf die Lage in Homs aufmerksam gemacht.
Die Region von Homs ist seit über einem Jahr Schauplatz erbitterter Kämpfe. In von Rebellen eingenommenen Vierteln der Stadt, die seit Juni 2012 von der syrischen Armee belagert und beschossen werden, leben nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 3000 Zivilisten unter fürchterlichen Bedingungen, häufig ohne ausreichend Nahrung und Medikamente.
Am Montag teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mit, dass die syrische Regierung bislang keine humanitären Massnahmen für Frauen und Kinder in Homs ergriffen habe, obwohl Regierungsvertreter am Wochenende zugesagt hatten, Frauen und Kindern das Verlassen der Stadt im Westen des Landes zu ermöglichen und Hilfskonvois zu den dort notleidenden Menschen durchzulassen.