Bisher erhielten Homosexuelle nur den Segen der Kirche. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist nun die erste Landeskirche, die die Möglichkeit der kirchlichen Beurkundung eröffnete, wie der Sprecher der Evangelischen Kirche in Deutschland, Reinhard Mawick, sagte. Das heisst, dass die gleichgeschlechtliche Segnung wie die klassische Trauung ins Kirchenbuch eingetragen und wird eine Bescheinigung darüber erstellt wird.
Im Juni hatte sich die EKHN auf einen Leitfaden geeinigt, der die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare einer klassischen Trauung gleichsetzt. Damit wird auch die seit zehn Jahren mögliche Segnung homosexueller Paare als kirchliche Amtshandlung beurkundet. Im mit großer Mehrheit beschlossenen Regelwerk heißt es unter anderem: «Heute wird davon ausgegangen, dass die gleichgeschlechtliche Orientierung zu den natürlichen Lebensbedingungen gehört. Homosexualität kann als Teil der Schöpfung gesehen werden.»
Der Schritt gilt innerhalb der evangelischen Kirche als umstritten: «Meiner Meinung nach wird hier die Heilige Schrift zurecht gebogen», sagte Eberhard Hoppe vom Evangelischen Gemeinschaftsverband Herborn am Samstag gegenüber der ARD. Die Bibel sage klipp und klar, dass die Ehe einzig für die Beziehung zwischen Mann und Frau bestimmt sei.