15 Prozent gaben an, der evangelischen Kirche sehr verbunden zu sein. Bei der Mitgliedschaftsuntersuchung von 1992 hatten sich lediglich 27 Prozent als kaum oder gar nicht verbunden eingeschätzt.
Allerdings war damals auch der Anteil der sehr Verbundenen noch geringer und lag bei 11 Prozent. Es wüchsen die Extreme, das Mittelfeld der immerhin noch schwach Verbundenen dünne aus, sagte der Religionssoziologe Detlef Pollack, der zum Beirat der Untersuchung gehört.
Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider äusserte sich bei der Vorstellung der Ergebnisse besorgt: «Wir müssen ganz nüchtern konstatieren, dass es eine zunehmende Indifferenz bei Kirchenmitgliedern gibt.» Das müsse Anlass sein, sich ernsthaft mit der Situation auseinanderzusetzen.
Einen Kirchenaustritt lehnen nach der aktuellen Studie inzwischen 73 Prozent der Protestanten ab, 1992 waren es nur 55 Prozent. Pollack wies allerdings auch hierbei auf das Wachsen des anderen Extrems hin: Während vor 10 bis 20 Jahren nur eine kleine Gruppe von zwei bis vier Prozent angegeben habe, bald aus der Kirche austreten zu wollen, «sind wir jetzt bei acht Prozent», sagte Pollack.