D: Fehlendes Interesse am Glauben führt zu Kirchenaustritt

Nicht die Steuer ist laut einer deutschen Umfragen erster Grund für einen Kirchenaustritt, sondern mangelndes Interesse an Religion und Glaube.

Auch die Inhalte führen zu Kirchenaustritten. Im Bild der deutsche Kirchentag in Dresden 2011.
Auch die Inhalte führen zu Kirchenaustritten. Im Bild der deutsche Kirchentag in Dresden 2011. (Bild: Wikimedia/Ykaphrykoi)

Zu diesem Ergebnis kommt ein Vergleich von zwei Umfragen der GfK Marktforschung Nürnberg aus den Jahren 2009 und 2014. Das meist genannte Motiv (57,6 Prozent) sei 2009 noch «Mir war die Kirchensteuer zu hoch» gewesen. Heute dagegen sage eine Mehrheit von 55,6 Prozent, sie habe kein Interesse an Glaubensfragen.

Die Kirchensteuer sei aber nach wie vor ein häufiges Argument und liege mit 53,9 Prozent auf Platz zwei der Nennungen, heisst es in einer Mitteilung. Häufiger als vor fünf Jahren gäben Ausgetretene und Konvertiten Probleme mit vermittelten Inhalten, Struktur und Organisation der Kirchen an. Laut aktueller Erhebung habe sich jeder Zweite nicht mehr mit den Zielen seiner Kirche identifizieren können. Fünf Jahre zuvor sei das nur bei jedem Dritten der Fall gewesen.

Kirche zu dogmatisch und hierarchisch

Deutlich mehr als jeder Dritte habe erklärt, dass er nicht mehr hinter den Vertretern seiner Glaubensgemeinschaft habe stehen können. 2009 habe das lediglich jeder Vierte angegeben. Weil sie ihre Kirche als zu dogmatisch und hierarchisch empfänden, hätten aktuell 22 Prozent «Ehemaliger» diese verlassen, 2009 seien es 16,9 Prozent gewesen.

Für die «Apotheken Umschau» befragte die GfK Marktforschung Nürnberg 2151 Frauen und Männer ab 14 Jahren, darunter 358 ausgetretene oder konvertierte Kirchenmitglieder. (kath.ch)