Ein etwas zerstreuter Professor im Safari-Look plant eine Expedition und sucht dafür Experten. Wer ihn begleiten möchte, muss Bibelkenntnisse haben. Um also die geeigneten Begleiterinnen und Begleiter zu finden, hat er eine Prüfung vorbereitet. Voller Hoffnung klopft der Spieler an die Tür des Professors und tritt ein.
Im Studierzimmer wird er durch die vier Prüfungen geführt: Am Computer des Professors werden nacheinander Sprüche eingeblendet. Per Pfeiltasten sind diejenigen, die aus der Bibel stammen, von allen anderen zu unterscheiden. Weiter geht’s im Hinterzimmer, wo das geografische Wissen getestet wird: Auf einer biblischen Landkarte müssen Fähnchen mit antiken Ortsnamen richtig eingesteckt werden.
Per Zeitmaschine werden die Spieler dann in die Vergangenheit befördert. Hier befragt Moses sein Volk nach dem Inhalt der zehn Gebote. Es gilt, richtige von falschen Geboten per Pfeiltasten zu unterscheiden. Zurück im Studierzimmer geht’s zum Regal: Hier müssen die einzelnen Bücher in der Bibel per Maus nicht nur in die richtigen Fächer bzw. Thematiken, sondern auch in die richtige Reihenfolge geordnet werden. Für alle Aufgaben gilt ein Zeitlimit von 2 oder 3 Minuten. Richtige Antworten geben Punkte, am Schluss erscheint die Gesamtpunktzahl.
Einfach und gut zu bedienen
«Bibel-Expedition» ist ein einfach gestaltetes, gut zu bedienendes und abwechslungsreiches Browser-Lernspiel der Evangelischen Kirche in Deutschland. Grafik und Klang sind niedlich und humorvoll und sprechen Kinder an. Die Fragen hingegen fordern jeden, der die exakte Reihenfolge der biblischen Bücher oder die Geografie des antiken Palästina grad nicht aus dem Ärmel schütteln kann.
Hier hat das Spiel immer wieder den Tipp parat, die Bibel hervorzuholen, und gibt je nach Aufgabe weitere Hinweise, wo in der Bibel sich die Informationen finden lassen. Ausserdem zeigt «Bibel-Expedition» mit Ausnahme der Benennung der zehn Gebote die Lösungen der einzelnen Aufgaben nicht an, nur die erreichte Punktzahl. Damit taugt «Bibel-Expedition» weniger als selbstständiges Lernspiel, sondern ist eher als Ansporn für die Arbeit mit der Bibel zu verstehen.
In dieser Hinsicht ist es auch mit Vorteil in einer Gruppe, mit Freunden und im Religionsunterricht zu verwenden, wo die Antworten gemeinsam besprochen, in der Bibel nachgeschlagen und vertieft werden können.
«Durchgepaukter» Spieler
Zum Verweilen lädt «Bibel-Expedition» allerdings nicht ein: Die immer gleichen Aufgaben können nicht individuell ausgewählt, sondern müssen bei jedem Durchgang in der vorgesehenen Reihenfolge absolviert werden; auch gibt es keine Funktionen wie Zurück oder Neustart während und nach dem Spiel – der Spieler wird durchgepaukt und dann verabschiedet. Doch bis dahin hat ihm «Bibel-Expedition» etwas beigebracht – und sei es auch nur die lückenhaften Bibelkenntnisse.
Angaben zum Spiel
Bibel-Expedition (kerygma/EKD 2003). Plattform: Internet
Webseite: http://www.ekd.de/expedition/index_flash.html. Keine offizielle Alterskennzeichnung. Empfehlung des Autors: Ab 7 Jahren
Über den Autor
Oliver Steffen ist Doktorand am Institut für Religionswissenschaft der Universität Bern. Im Rahmen des vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Projekts «Between God Mode and God Mood» erforscht er die Zusammenhänge von Computerspielen und Religion.
Webseite des Projekts: www.god-mode.ch
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