Die rund 1,4 Milliarden Muslime in aller Welt erinnern zum «Eid al-Adha» an die Opferbereitschaft Abrahams. Zum Opferfest schlachtet jede fromme muslimische Familie, die es sich leisten kann, traditionell ein Tier. In Konfliktregionen sind allerdings auch die hohen islamischen Feiertage den Extremisten nicht heilig.
In der ostafghanischen Provinz Logar wurde der Gouverneur Arsala Dschamal in einer Moschee getötet, als er eine Ansprache zum Opferfest halten wollte. Der Sprengstoff sei in einem Mikrofon versteckt gewesen und ferngezündet worden, sagte ein Sprecher der Provinzregierung. Zu dem Anschlag sei es in der Provinzhauptstadt Pul-e-Alam gekommen. In Logar hatten US-Truppen vor zwei Wochen den einflussreichen pakistanischen Taliban-Kommandeur Latifullah Mehsud gefangen genommen.
Machtkampf zwischen Sunniten und Schiiten
In der irakischen Vielvölkerstadt Kirkuk kamen bei einem Anschlag auf eine Moschee mindestens neun Menschen ums Leben. Wie die Polizei mitteilte, explodierte die Bombe, als sunnitische Muslime das Gotteshaus nach Gebeten zum islamischen Fest verliessen. Im Irak gibt es fast täglich Anschläge und bewaffnete Übergriffe. Hintergrund ist der Machtkampf zwischen sunnitischen und schiitischen Muslimen in dem arabischen Land.
Festliche Ruhe herrschte hingegen in der Türkei: Mit Gebeten und der Vorbereitung auf rituelle Schlachtungen begann das Opferfest am 15. Oktober. Zum Kurban Bayrami – wie das Opferfest in der Türkei heisst – besuchten viele Menschen Gräber Verstorbener oder begaben sich zu Familienbesuchen.
Russland: Furcht vor neuen Ausschreitungen
In der russischen Hauptstadt Moskau waren die muslimischen Feierlichkeiten von der Furcht vor neuen Ausschreitungen geprägt. Der Mord an einem jungen Russen hatte dort zuvor fremdenfeindliche Krawalle ausgelöst. Als Täter gesucht wird nun ein Mann aus der islamisch geprägten Südkaukasusrepublik Aserbaidschan.
Mehr als 100000 Muslime beteten am 15. Oktober auf eigens abgesperrten Strassen. Für die grosse muslimische Gemeinde in der Metropole gibt es nur wenige Moscheen. Ein grosses Sicherheitsaufgebot sollte Zusammenstösse mit Ultranationalisten verhindern.