Der Grosse Rat hat am Dienstag, 4. März, ein Kopftuchverbot an Schulen mit 68 gegen 59 Stimmen abgelehnt, berichtete die Nachrichtenagentur sda. Die CVP-Fraktion des kantonalen Parlamentes hatte ein solches in einer Motion gefordert. Mit dem Vorstoss sollte die Regierung beauftragt werden, eine gesetzliche Grundlage für ein Kopftuchverbot an Schulen zu schaffen. Das Kopftuch erschwere die Integration und widerspreche dem «Gleichheitsgedanken zwischen Mädchen und Knaben», hiess es zur Begründung.
Der Aargauer Regierungsrat hatte die CVP-Motion abgelehnt; er hält ein Kopftuchverbot an Schulen für «unverhältnismässig», wie er im Januar in einer Stellungnahme mitteilte. Unterstützt worden sei die CVP einzig von der SVP. Alle anderen Fraktionen sahen dem Bericht zufolge keine Veranlassung für eine gesetzliche Regelung.
CVP Schweiz macht sich für Kleidervorschriften stark
Hintergrund der CVP-Motion war ein Bundesgerichtsurteil vom Juli 2013, welches das Kopftuchverbot einer Thurgauer Gemeinde in Ermangelung einer gesetzlichen Grundlage für ungültig erklärte. Die nationale CVP macht sich seither für Kleidervorschriften an Schulen stark. Den Aargauer Vorstoss, der im August eingereicht wurde, hatte die nationale Parteiführung der Christlichdemokraten erarbeitet.