Agenda

Ich bin einfach niemand gewesen

Dienstag, 1. September 2026 bis
Donnerstag, 17. September 2026

07:27 bis 07:27 Uhr

Für dieses Angebot verantwortlich:
Historisches Museum Baden

Webseite / E-Mail

Ich bin einfach niemand gewesen

Dienstag, 1. September 2026 bis
Donnerstag, 17. September 2026

07:27 bis 07:27 Uhr

Ausstellung im öffentlichen Raum mit Partizipationsprojekt.
Die mobile Ausstellung «Ich bin einfach niemand gewesen – Fürsorge und Zwang in der Schweiz» reist 2026 durch die Schweiz und macht im September Halt in Baden. Vom 1. bis 17. September lädt sie auf dem Theaterplatz Baden dazu ein, sich mit einem lange verdrängten Kapitel der Schweizer Geschichte auseinanderzusetzen. Begleitend zur Ausstellung auf dem Theaterplatz bietet das Historische Museum Baden ein Programm mit Vortrag, Erzählcafé und Geschichtswerkstatt an.

Ein verdrängtes Kapitel der Schweizer Geschichte
Hunderttausende Kinder, Jugendliche und Erwachsene waren in der Schweiz von fürsorgerisch begründeten Zwangsmassnahmen betroffen. Kinder wurden fremdplatziert und missbraucht, unbescholtene Menschen zur Arbeit gezwungen, in Heimen und Psychiatrien eingesperrt, jenische Familien gar verfolgt. Gerichtlich wehren konnten sie sich nicht. Lange blieben diese Verbrechengesellschaftlich weitgehend unbeachtet, längst sind sie verjährt, aber heute weiss man: Sie wirken vielschichtig nach.

Die mobile Ausstellung spannt den Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart und macht das Spannungsfeld zwischen Fürsorge und Zwang sichtbar, indem sie etwa fragt: Wann wird Fürsorge zu Zwang? Wann ist Zwang legitim? Sie gibt Betroffenen eine Stimme, erzählt ihre Geschichten und regt dazu an, über Menschenrechte, Macht und Eingriffe nachzudenken.

Mitten auf dem Theaterplatz Baden
Die Ausstellung besteht aus drei mobilen Häusern, die während knapp drei Wochen auf dem Theaterplatz Baden frei zugänglich sind. Jedes Haus beleuchtet das Thema aus einer anderen Perspektive. Persönliche Geschichten von Betroffenen stehen ebenso im Zentrum wie die Rolle von Behörden und Institutionen sowie gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Auch Öffentlichkeit, Politik und Medien werden in die Auseinandersetzung einbezogen.

Als Ausstellung im öffentlichen Raum richtet sich das Projekt bewusst an ein breites Publikum. Die Inhalte sind niederschwellig zugänglich und laden dazu ein, sich auch ohne Vorkenntnisse mit diesem Teil der Schweizer Geschichte auseinanderzusetzen. Vertiefungstexte widmen sich unter anderem Opfergruppen, den Auswirkungen auf Nachkommen, der juristischen Aufarbeitung – und Fragen nach gesellschaftlichen Bedingungen und Verantwortlichkeiten.

Ausstellung wird zum Gesprächsraum
Die mobile Ausstellung wird in Baden durch ein Begleitprogramm ergänzt, das den Blick auf die (lokale) Geschichte von Fürsorge und Zwang vertieft und Menschen in der Region mit ihren Geschichten einbezieht.

– Den Auftakt macht am Dienstag, 15. September 2026, 18.00–19.30 Uhr im Historischen Museum Baden der Historiker Dr. Ernst Guggisberg mit dem Vortrag «Private Initiative, öffentlicher Auftrag: Fremdplatzierte Kinder im Netzwerk der privaten Jugendfürsorge». Anhand von Beispielen aus dem Aargau zeigt er, wie private und öffentliche Fürsorgeinstitutionen zusammenwirkten und welche Folgen ihre Entscheide für die betroffenen Kinder hatten.

– Am Donnerstag, 17. September 2026, 18.00–20.00 Uhr, findet im Historischen Museum Baden ein moderiertes Erzählcafé statt. Hier erhalten Betroffene, Nachkommen und andere Raum, persönliche Erfahrungen und Erinnerungen zu Fürsorge und Zwang zu teilen. Interessierte sind eingeladen, zuzuhören.

– Wer Fragen zu Fürsorge und Zwang in der eigenen Familie oder im Umfeld hat, forschen und verstehen möchte, wird in der dreiteiligen kostenlosen Geschichtswerkstatt darin bestärkt

Weitere Informationen