Buddha, der Erleuchtete
An einem Vollmondtag im Mai des Jahres 623 v. Chr. wurde in Nepal ein indischer Shakya-Prinz namens Siddhattha Gotama geboren. Sein Vater war König Suddhodana und seine Mutter Königin Majadewi. Sie starb wenige Tage nach der Geburt des Kindes, und so wurde Mahapradschapati Gautami seine Pflegemutter. Mit 16 Jahren heiratete er seine Kusine, die schöne Prinzessin Jaschodhara. Nach seiner Heirat führte er fast 13 Jahre ein luxuriöses Leben in seliger Unwissenheit über die Schicksalsschläge, die die Menschen ausserhalb der Palasttore zu erdulden hatten. Im Laufe der Zeit wurde ihm die Realität immer mehr bewusst. In seinem 29. Lebensjahr, einem Wendepunkt in seiner Laufbahn, wurde sein Sohn Rahula geboren. Diesen betrachtete er als Hindernis, denn er erkannte, dass alle, die geboren werden, ohne Ausnahme der Krankheit und dem Tod preisgegeben sind. Es wurde ihm also klar, dass das Leid allgegenwärtig ist, und er entschloss sich, für die universelle Krankheit der Menschheit ein Allheilmittel zu finden. Er gab die königlichen Freuden auf und verliess eines Nachts sein Zuhause, schnitt sich das Haar ab, zog sich ein einfaches Gewand eines Asketen an und ging auf die Suche nach der Wahrheit.  
Was war der zuvor erwähnte "Wendepunkt in seiner Laufbahn"? Die Wende trat ein, als Siddhartha zum ersten Mal in seinem Leben einen Kranken, einen Greis und einen Toten sah. Diese Erfahrung liess in ihm eine quälende Frage über den Sinn des Lebens aufsteigen: Wird der Mensch nur geboren, um zu leiden, alt zu werden und zu sterben? Dann soll Siddhartha einem heiligen Mann begegnet sein, der auf der Suche nach Wahrheit den Freuden der Welt entsagt hatte. Das gab ihm den Anstoss, seine Familie, seinen Besitz und seinen königlichen Namen aufzugeben. Die folgenden sechs Jahre brachte er bei Lehrern des Hinduismus und bei Gurus zu, von denen er sich eine Antwort erhoffte, jedoch ohne Erfolg. In den Erzählungen heisst es, dass er sich der Meditation hingab, fastete, Joga betrieb und sich in strengster Askese übte. Trotzdem fand er keinen inneren Frieden und erlangte keine Erleuchtung. 
Schliesslich kam er zu der Erkenntnis, dass strenge Askese ebenso nutzlos war wie das von ihm zuvor geführte Leben in Überfluss. Jetzt verfolgte er den "mittleren Weg", wie er ihn nannte, und mied sowohl die eine als auch die andere extreme Lebensweise. Er war überzeugt, dass es eine Antwort auf seine Frage gab, dass er sie aber nur durch Meditation finden konnte. Deshalb liess er sich unter einem Pipalbaum, einem indischen Feigenbaum, nieder und gab sich der Meditation hin. Er widerstand allen Angriffen und Versuchungen des Teufels Mara und setzte seine Meditation vier Wochen (einige sagen sieben Wochen) beharrlich fort, bis er angeblich alle Erkenntnis und alles Verständnis überschritten hatte. Dann gelangte er zur Erleuchtung. Auf diese Weise wurde Gautama gemäss buddhistischer Terminologie zum Buddha oder Erleuchteten. Er hatte das endgültige Ziel, das Nirwana, erreicht, einen Zustand vollkommenen Friedens und der Erleuchtung, frei von Begierde und Leiden. Er wurde auch als der Shakyamuni (der Weise der Shakya-Stammes) bekannt, und oft redete er von sich als dem Tathagata (der so Gegangene). Die verschiedenen buddhistischen Sekten sind darüber jedoch unterschiedlicher Ansicht. Einige sehen in ihm nur einen Menschen, der für sich selbst den Weg zur Erleuchtung fand und ihn dann seine Nachfolger lehrte. Andere betrachten ihn als den letzten einer Reihe von Buddhas, die in die Welt gekommen seien, um Dharma, die Lehre oder den Weg Buddhas, zu verkünden oder wiederzubeleben. Wieder andere sehen ihn als einen Bodhisattwa an, einen, der Erleuchtung erlangt hatte, aber das Eingehen ins Nirwana hinausschob, um anderen bei ihrer Suche nach Erleuchtung zu helfen. 
Buddhas Leben, Tangka
Proportionen des Buddha
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