Bildpredigt; das jüngste Gericht

Du kannst es drehen und wenden, wie du willst,
du wirst erkannt und das ist dein Gesicht,
und wenn nur einer dich erkennt, - genug.
So mancher sieht sich vor seine Leben lang,
verwischt die Spur, verschleiert Wort und Blick,
allein, du bist nur immer Einer, Mensch,
dein Kleines liegt nicht hier, dein Grosses dort,
und wie sichs mischt – auch ohne, dass du’s weisst,
so bist du und so wirst du einst erkannt.

Christian Morgenstern

Predigttext

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Bildpredigt zur heiligen Margareta

Über die Heilige Margareta

Die Heilige Margareta wurde im Jahr 290 nach Christus vermutlich in Alexandria hingerichtet. Die Tochter eines angesehenen städtischen Beamten war zum christlichen Glauben gekommen und weihte ihr Leben Christus.

Der römische Präfekt Olibrius begehrte sie zur Frau, was diese ihm aber verweigerte. Er warf sie in den Kerker, um ihren Willen zu beugen. Sie blieb standhaft trotz vielfältiger Versuchungen durch dunkle Mächte und Ungeheuer, die ihr im Kerker erschienen.

Die Märtyrer Akten vermerken ihre Hinrichtung im Jahr 290. Sie starb vermutlich im Zuge einer erneuten Christenverfolgung.

Im mittelalterlichen Legendar „Legenda Aurea“ wird weiter berichtet, sie habe auch im Freien, an einen Felsen gekettet, einem Drachen Widerstand geleistet. Als dieser sie verschlungen hatte, wurde sie dank eines kleinen Kreuzes, welches sie auf sich trug, wieder ausgespuckt.

Sie steht den Frauen in der Geburt bei und hilft Versuchungen aller Art zu widerstehen. Heilungen von Erkrankungen und Verletzungen des Gesichts gehören ebenfalls zu ihren besonderen Fähigkeiten. Sie steht den Männern auf See bei, wenn die Ungeheuer der Tiefe Stürme erzeugen.

In der Kirche von Oltingen erscheint sie am Eingang an der Westwand unter dem Ungeheuer, welches im Jüngsten Gericht die „schlechten“ Menschen verschlingt. Da sie den Drachen unter ihren Füssen im Griff hat, kann mit guten Glauben angenommen werden, dass sie den Besuchern der Gottesdienste und den Betrachtern des Jüngsten Gerichts die Angst vor dem Teufel und dem Ungeheuer etwas mildern konnte.

Predigttext über die heilige Margareta

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Margaretha und der Drachen

Es sind schon besondere Geschichten, welche uns über die Heiligen in unserer Kirche überliefert sind. Margaretha war eine Schäferin, die sich zum Christentum bekannte.
Das wiederum missfiel ihren Eltern, die sie beim Stadtpräfekten deshalb anzeigten.
Diesem wiederum gefiel die schöne Schäferin so sehr, dass er sie heiraten wollte, was der jungen Frau wiederum missfiel.


Und so nahm das Drama seinen Lauf.


Dass dabei gar ein Drache sein Leben lassen musste, lässt erahnen, dass Margaretha eine impulsive Frau war. Der Stadtpräfekt tat vielleicht gut daran, sie nicht zu heiraten.

Margaretha ist die Schutzpatronin der Bauern, aber auch der schwangeren Frauen und Ammen. Jenen Männern, die sich vor Ungeheuern aus der Tiefe des Wassers fürchten, steht sie ebenfalls bei.

Alles Weitere im Gottesdienst zu den Fresken der Kirche. Sonntag 5. Mai 9.30 Uhr

 

Bildpredigt zum heiligen Joachim

Die Kinderlosigkeit der Ehe Joachims(1).

In den »Geschichten der 12 Stämme Israels« war die Rede von Joachim, der war sehr reich und brachte seine Gaben im Tempel stets doppelt dar, indem er sagte:
»Was dabei zuviel ist, mag dem ganzen Volk zugute kommen, und was auf meine Vergebung der Sünden entfällt, das gehöre dem Herrn zur Sühne für mich.«
Der Große Tag des Herrn war aber herbeigekommen, und die Kinder Israel brachten ihre Gaben dar. Da trat Rubim vor ihn hin und sprach:
»Du hast keinen Anspruch, als erster deine Gabe darzubringen, weil du keine Nachkommenschaft in Israel geschaffen hast.«
Und Joachim wurde sehr betrübt und ging fort zum Zwölf-Stämme-Buch Israels mit dem Gedanken: »Ich will doch das Zwölf-Stämme-Buch Israels einmal ansehen, ob ich ganz allein keine Nachkommenschaft in Israel geschaffen habe.«
Und er forschte nach und stellte von allen Gerechten fest, dass sie Nachkommenschaft in Israel hatten erstehen lassen. Und es kam ihm vom Erzvater Abraham in den Sinn, dass Gott ihm wenigstens noch am letzten Tage einen Sohn, den Isaak, gegeben hatte, und Joachim wurde sehr betrübt und zeigte sich seinem Weibe gar nicht, sondern begab sich ohne Abschied in die Wüste: dort schlug er sein Zelt auf und fastete 40 Tage und 40 Nächte. Er sprach bei sich:
»Ich will nicht hinabsteigen weder zu Speise noch zu Trank, bis mich der Herr mein Gott gnädig heimgesucht hat; so lange soll das Gebet mir Speise und Trank sein.«
Ev. Des Jakobus

Bildpredigt zum heiligen Joachim

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Bildpredigt zum Fresko des heiligen Fridolin

Als der heilige Fridolin das Frauenkloster zu Säekingen erbaute, lebten in Glarus zwei Brüder, die aufgrund ihrer Vornehmheit und ihres Reichtums großes Ansehen genossen. Der eine hieß Urs, der andere Landolf. Als von diesen beiden Urs die Heiligkeit des heiligen Fridolin erkannte, schenkte er mit vollem Einverständnis seines Bruders einen Teil seiner Besitzungen dem Kloster in Säekingen und bestätigte die Schenkung mit Urkunden, die nach der Vorschrift ausgefertigt wurden.
Als diese Stiftung geschehen war, verstarb Urs. Nach seinem Tod aber riß sein Bruder Landolf die einzelnen Besitzungen, die der Bruder dem genannten Kloster geschenkt hatte, gegen Recht und Gerechtigkeit an sich.
Als sich nun der heilige Fridolin lange Zeit vor den Richtern wehrte, aber sein volles Recht nicht erlangte, sagte man ihm, wenn er seinen Rechtsstreit be enden wolle, müsse er den Schenker jener Besitzungen dem Gericht vorführen, damit so die tatsächliche Anwesenheit jenes Zeugen bestätige, daß die Schenkung rechtmäßig sei.
Diesen Schiedsspruch nahm der heilige Fridolin an und ersuchte den Landgrafen, der Baldebrecht hieß, er möge ihm und seinem Gegner einen Termin und den Ort des Gerichts für den geschilderten Streit bestimmen. Nachdem er dies erreicht hatte, begab sich der heilige Fridolin nach Glarus, stellte sich über das Grab Urs, öffnete es und rief ihn beim Namen; im Vertrauen auf die Macht Christi weckte er ihn von den Toten auf. Er nahm ihn bei der Hand und führte ihn von dort etwa fünfzig Kilometer weit in die Stadt Rankweil. Dort fand er den genannten Landgrafen als Gerichtsvorsteher, seinen Gegner und eine große Menge Schaulustiger.
Nun sagt der von den Toten erweckte Urs vor allen Anwesenden zu seinem Bruder: »Bruder, warum hast du mich nach meinem Tode des Anteils der Besitzungen beraubt, der mir gehört hat?«
Der antwortet: »Liebster Bruder, ich gebe dir deinen Anteil zurück und außerdem den meinen dazu für das Kloster in Säckingen.«
Danach geleitete der heilige Fridolin den Toten zurück zu seinem Grab, aus dem er ihn hergeführt hatte.
Zum Andenken an dieses Ereignis sind dort folgende Verse geschrieben:

Ihre Güter für Gott, den Herrn/ geben zwei Brüder an Fridolin gern.
Nach langer Zeit ist der eine im Grab,! nun leugnet der andre, was jener ihm gab.
Den Toten erwecket der heilige Mann,! als Zeugen ihn gütig geleiten er kann.
Die Menge erzittert in Angst und in Schreck,! der Heilige aber erreicht seinen Zweck.

Der heilige Fridolin entschlief nach vielen Wunderzeichen und herrlichen Taten am 6. März im Herrn.

Bildpredigt zum heiligen Fridolin

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Johannes 17,9 / Schmerzensmann. Predigt vom 7.April.

Gedicht von Paul Celan

(Paul Celan, jüdischer Dichter, kannte den Schmerz, vertrieben zu sein aus seiner Heimat, gefangen und gefoltert zu sein im Konzentrationslager, alle seine Verwandten verloren zu haben. Er versuchte den Schmerz mit Worten greifbar und erträglich zu machen.)

Ein Knirschen von eisernen Schuhen im Kirschbaum.
Der schwärzliche Kuckuck
malt mit demantenem Sporn sein Bild an die Tore des Himmels.
Barhaupt ragt das Blattwerk der Reiter.
Im Schild trägt der dämmernde dein Lächeln,
genagelt ans stählerne Schweisstuch des Feindes.
Es ward ihm verheissen der Garten der Träumer
und Speere hält er bereit, dass die Rose sich ranke…

Unbeschuht aber kam durch die Luft, der am meisten dir gleichet,

eiserne Schuhe geschnallt an die schmächtigen Hände,
verschläft er die Schacht und den Sommer. Die Kirsche
blutet für ihn.

Paul Celan. Mohn und Gedächtnis


Johannes 17, 9

Ich bitte für sie. Ich bitte nicht für die Welt, sondern für die, die du mir gegeben hast, denn sie sind dein. 10 Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein. Und mein göttlicher Glanz strahlt in ihnen.

Predigttext 

Bildpredigt zum Fresko „Die Judentaufe“ aus der Nikolauslegende 2019

Aus den Legenden des heiligen Niklaus

Ein Mann hatte von einem Juden eine Geldsumme aufgenommen, und da er keinen anderen Eideshelfer hatte, schwor er am Altar des heiligen Niklaus, er werde ihm so bald als möglich das Geld zurückerstatten. Da er aber das Geld lange behielt, forderte es der Jude von ihm zurück, doch jener versicherte, es ihm bereits zurückerstattet zu haben. Der Jude zog ihn daher vor Gericht, wo man vom Schuldner einen Eid verlangte. Der Mann hatte aber einen holen Stock, den er mit Goldmünzen gefüllt hatte, mit sich gebracht, wie wenn er ihn als Stütze benötigte. Als er nun den Schwur leisten wollte, gab er den Stock dem Juden zu halten und schwor, er habe ihm weit mehr zurückerstattet, als er ihm schulde.. Nachdem er den Eid geleistet hatte, forderte er den Stock zurück, und der Jude, der von der List keine Ahnung hatte, gab ihm den Stock zurück. Als der Betrüger heimkehrte, wurde er vom Schlaf übermannt und legte sich an einer Wegkreuzung nieder. Da tötete ihn ein schnell daher fahrender Wagen und zerbrach dabei den mit dem Geld gefüllten Stock, sodass die Goldstücke herausfielen. Als der Jude das hörte, lief er schnell herbei; da erkannte er die List. Obwohl ihn viele dazu überreden wollten, das Gold zu nehmen, lehnte er dieses ab, es sei denn, der Tote werde durch die Verdienste des heiligen Niklaus wieder zu Leben erweckt. Er versicherte zudem, er werde sich taufen lassen und Christ werden, wenn dies geschehe. Und alsbald wurde der Tote wieder lebendig. Und der Jude wurde getauft.  (Legenda Aurea. S. 25 Manesse 1982)

Predigt zum Fresko „Die Judentaufe“ aus der Nikolauslegende

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Bildpredigt zum Krug der heiligen Verena und die Fusswaschung nach Johannes 13

Wer füllt mir das Krüglein wieder auf?

Bildpredigt zum Krug der heiligen Verena und die Fusswaschung nach Johannes 13

 Die Fußwaschung Johannes 13, 1-17

1 Es war vor dem Paschafest. Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen. Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung. 2 Es fand ein Mahl statt und der Teufel hatte Judas, dem Sohn des Simon Iskariot, schon ins Herz gegeben, ihn auszuliefern. 3 Jesus, der wusste, dass ihm der Vater alles in die Hand gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott zurückkehrte, 4 stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch. 5 Dann goss er Wasser aus einem Krug in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen und mit dem Leinentuch abzutrocknen, mit dem er umgürtet war. 6 Als er zu Simon Petrus kam, sagte dieser zu ihm: Du, Herr, willst mir die Füße waschen? 7 Jesus sagte zu ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt noch nicht; doch später wirst du es begreifen. 8 Petrus entgegnete ihm: Niemals sollst du mir die Füße waschen! Jesus erwiderte ihm: Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir. 9 Da sagte Simon Petrus zu ihm: Herr, dann nicht nur meine Füße, sondern auch die Hände und das Haupt. ….12 Als er ihnen die Füße gewaschen, sein Gewand wieder angelegt und Platz genommen hatte, sagte er zu ihnen: Begreift ihr, was ich an euch getan habe? 13 Ihr sagt zu mir Meister und Herr und ihr nennt mich mit Recht so; denn ich bin es. 14 Wenn nun ich, der Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, dann müsst auch ihr einander die Füße waschen. 15 Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe. 16 Amen, amen, ich sage euch: Der Sklave ist nicht größer als sein Herr und der Abgesandte ist nicht größer als der, der ihn gesandt hat. 17 Wenn ihr das wisst - selig seid ihr, wenn ihr danach handelt. 

Predigttext

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