Kirchen Fête - 21. Juni

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Herzlich willkommen in der reformierten Kirchgemeinde Nidau!


Die Kirchgemeinde Nidau besteht aus fünf Pfarrkreisen und umfasst die vier politischen Gemeinden Bellmund, Ipsach, Nidau und Port. Vier deutschsprachige Pfarrämter, mehr als 30 Mitarbeitende und eine grosse Zahl von Freiwilligen gestalten das kirchliche Leben.

La paroisse de Nidau est bilingue, et la communauté romande a un poste pastoral qu'elle partage avec la paroisse française de Bienne. 

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Pfingsten – es wehe ein neuer Wind

Wind

Nach Weihnacht und Ostern feiern wir an Pfingsten das dritte grosse kirchliche Fest. Ein verlängertes Wochenende, Frühsommer, lange Tage, dabei kaum traditionelle Erwartungen nach Familien-Zusammenkünften und Geschenken – was will man mehr? Bei Umfragen nach Ursprung und Bedeutung der Feste zeigt sich aber bei Pfingsten die grösste Verlegenheit: Ach ja, was war da schon wieder?

Wir feiern dieses Fest fünfzig Tage nach Ostern, dieses Jahr auch erst spät, am 9. Juni. Es ist das Fest des Heiligen Geistes, oder wie ich manchmal den Kindern im Unterricht sage: Der Geburtstag der Kirche.

Damals waren Männer und Frauen, die ehemaligen Weggefährten von Jesus, der nach seinem Tod und seiner Auferstehung in den Himmel aufgefahren war, in Jerusalem versammelt. Froh und gewiss zwar durch die Ostererfahrung, fragten sie sich dennoch: Wie sollte es nun weitergehen mit ihnen und ihrer Gemeinschaft? Was bleibt aus der ver-rückten Zeit mit Jesus? Die Nachfolge verband sie miteinander, aber jetzt, wo er fort war? An Pfingsten weht nun unverhofft, überraschend ein neuer Wind. Sie werden ergriffen von der heiligen Geistkraft, die wie ein Sturmwind in ihr Haus und ihre Versammlung braust und die Orientierungs- und Sprachlosigkeit beendet. So sehr sind die Jünger nun begeistert und entflammt, dass sich an diesem Pfingsttag 3000 Menschen ihrer Gemeinschaft anschliessen und getauft werden: Der Geburtstag der Kirche eben. (Bibel, Apostelgeschichte 2).

Jesus hatte davon gesprochen, dass dieser Geist kommen würde - und damit er selbst in einer neuen Art. Der Heilige Geist, ist «Hauptdarsteller» an Pfingsten. Was sagt die Bibel über diese Kraft, diese Person, dieses Wesen? Das hebräische Wort für Geist «Ruach» ist weiblich, das griechische «Pneuma» sächlich. Wenn wir daher - sprachlich männlich - vom Heiligen Geist sprechen, ist das nicht ganz korrekt. Auch die Bedeutung von Ruach und Pneuma ist vielfältig: Wind, Atem, Luft, Hauch, Geist. Zu Beginn der Schöpfung brütet der Geist/die Ruach über der Urflut, heisst es wörtlich (1. Mose 1). Und so entsteht alles. Oder bei Johannes lesen wir: Der Wind/Pneuma weht wo er will; du hörst sein Brausen, weisst aber nicht, woher er kommt und wohin er geht. Geheimnisvoll ist Gottes Geist, ist Antrieb, Energie, Kraft, Dynamik. Er lässt sich nicht fassen, aber wo dieser Wind weht, kann alles anders und neu werden. So geschehen an Pfingsten damals in Jerusalem. Auch heute gibt es Pfingsterfahrungen: Menschen, die zum Glauben finden und mutig und hoffnungsvoll werden. Gelangweilte Christen, die von neuer Begeisterung erfasst werden, Aufbruchbewegungen. Vielerorts auf der Welt Kirchen, die trotz Verfolgung und Anfeindung wachsen. Und ist die Heilige Geistkraft nicht auch jenseits von Christentum und Kirche am Werk, weil sie universell ist und auch heute über der Erde brütet?

Der Wind weht, wo er will. Ich wünsche mir diesen frischen Wind auch für uns, wünsche, dass wir nicht atem-los sondern geist-reich werden. Dass wir von Gottes Hauch ergriffen werden, getröstet, erneuert, entfesselt – sei es daheim, am Arbeitsplatz, am See... und natürlich in unserer Kirchgemeinde. Ich wünsche uns ein frohes, überraschendes Pfingstfest. Pfarrerin Silvia Liniger