Herzlich willkommen in der reformierten Kirchgemeinde Nidau!


Die Kirchgemeinde Nidau besteht aus fünf Pfarrkreisen und umfasst die vier politischen Gemeinden Bellmund, Ipsach, Nidau und Port. Vier deutschsprachige Pfarrämter, mehr als 30 Mitarbeitende und eine grosse Zahl von Freiwilligen gestalten das kirchliche Leben.

La paroisse de Nidau est bilingue, et la communauté romande a un poste pastoral qu'elle partage avec la paroisse française de Bienne. 

Wir freuen uns, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.

A bientôt...

Winterzeit, Sommerzeit und Osterzeit

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Die bekannte Frage der Zeitumstellung stellt sich zweimal im Jahr: «Müssen wir jetzt die Zeiger zurück oder nach vorne drehen?». Die Eselsbrücke für den 31. März lautet: Im Frühling stellt man die Gartenstühle vor das Haus, im Herbst stellt man sie zurück ins Haus.

Diese Umstellung findet seit 1981 in der Schweiz statt. Ursprünglich ging es um eine Energie-Ersparnis im Zeitgeist der Ölpreiskrise der 70er Jahre. Mit Einführung einer Sommerzeit, sollte weniger Energie verbraucht werden um am Abend Licht zu haben – so die Argumente der damaligen BefÜrworter der Umstellung. Diese Energierechnung ist Heutzutage umstritten.

Für viele Menschen bleibt es anstrengend von der Winter- zur Sommerzeit zu wechseln. Es kann vorkommen, dass das Datum der Umstellung vergessen wird und man eine Stunde zu spät am sonntäglichen Treffen vorbeischaut. Es macht Mühe eine volle Stunde früher aufzustehen.

Laut Statistik brauchen insbesondere Kinder, sowie ältere Menschen etwa eine Woche um sich vollständig umzustellen. Symptomatisch zeigen sich in dieser Zeit vermehrt Schlaf- und Konzentrationsstörungen. Daraus resultieren vermehrte Verkehrsunfälle, aber auch Herzkreislau-ferkrankungen, Fehlgeburten und depressive Verstimmungen geistern, in diesem Zusammenhang, durch diverse Medien. Wer meint, dass sich dieses Phänomen nur auf den Menschen bezieht, der irrt. Auch bei Tieren – besonders bei Kühen zeigen sich Anpassungsprobleme. Diese äussern sich in einer ausgeprägten Minderaktivität im morgendlichen Stall und über Tage anhaltender verminderter Milchmenge.

Deshalb erstaunt es wenig, dass vielen Menschen die Lust auf eine Zeitumstellung längst vergangen ist.

Die Diskussion um deren Abschaffung, sowie der danach gültigen (Sommer- oder Winter-) Zeit wird uns wohl noch weiter beschäftigen.

Unser Leben ist nicht nur von Sommer- und Winterzeit beeinflusst. Zeit ist viel mehr, als zwei Zeiger die einander über das Zifferblatt jagen.

Wir erleben verschiedene Zeiten: Begegnungszeiten, Abschiedszeiten, Hoffnungszeiten, Leidenszeiten, Freuden – und Wachstumszeiten. Von der einen zur anderen Zeit braucht es ebenfalls eine Umstellung, sei es im Guten oder Schwierigen. Ob man will oder nicht, findet Veränderung statt – die Lebenssituation wandelt sich. Oft braucht es Zeit, um sich daran zu gewöhnen – häufig mehr als nur eine Woche.

In der Kirche haben auch wir unsere Zeiten, momentan gerade die Passionszeit gefolgt von der Osterzeit. Diese Abschnitte sollen uns an die Geschichte Jesu mit den Menschen erinnern. Sie sollen unser Vertrauen stärken, dass Gott mit uns unterwegs ist und begleitet durch alle Lebenszeiten.

Ostern ist die zentralste Zeit! Dieses Fest erinnert uns daran, dass Jesus vom Tod auferstanden ist. Somit gibt Er uns die Hoffnung zurück, dass es nach dunkler Zeit wieder Licht wird – dass nach Leid das Lachen zurückkehrt und nach dem Tod das Leben siegt!

Ostern birgt diese starke Hoffnung für unser Leben. An diesem Tag feiern wir eine Umstellung zum Licht, zur Liebe, zum Vertrauen. Das Gute gewinnt Oberhand – nicht nur an Ostern, sondern jeden Tag aufs Neue!

So müssen wir uns nicht sorgen um Zeit- und Lebensumstellungen, da unsere Zeit in Gottes Händen steht. Er will uns zu einer hoffnungsvollen Osterzeit umstellen!

Pfarrerin Emanuelle Dobler

Foto: Erik Witsoe/Unsplash