Herzlich willkommen in der reformierten Kirchgemeinde Nidau!


Die Kirchgemeinde Nidau besteht aus fünf Pfarrkreisen und umfasst die vier politischen Gemeinden Bellmund, Ipsach, Nidau und Port. Vier deutschsprachige Pfarrämter, mehr als 30 Mitarbeitende und eine grosse Zahl von Freiwilligen gestalten das kirchliche Leben.

La paroisse de Nidau est bilingue, et la communauté romande a un poste pastoral qu'elle partage avec la paroisse française de Bienne. 

Wir freuen uns, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.

A bientôt...

Kontakt und Adressen

Personen

Gebäude

 

Gesucht: Pfarrer/-in 70%, Zukunft Nidau designen

Datei: Pfarrer/-in 70% ab 1. Januar 2019

Steter Tropfen höhlt den Stein

Editorial Juli 18Sie kennen das Sprichwort: «Steter Tropfen höhlt den Stein». Dieses Sprichwort ist mir eingefallen, als ich vor einigen Tagen im Ber­neroberland die Trümmelbachfälle besuchte. Da gab es Verschiedenes zu bestaunen.

Kraft des Wassers

Einerseits die Kraft des Wassers. Die war sichtbar, zum Beispiel in der Ge­schwindigkeit des Fliessens, in der Durchflussmenge des Wassers. Nicht mit einem Fuss hätte ich da im Weg stehen wollen. Dann in den ver­schieden hohen Wasserfällen. Auch da: gut konnte ich mich am Geländer halten, wenn ich in die Tiefe blickte.

Die Kraft des Wassers war sogar spürbar im Tosen, im Geräusch, ja im Lärm des Wassers. Ich staune: Wasser kann Lärm machen! Wirk­lich? Dabei ist ein Wasserfall in der Ferne oder ein wilder Bach eher ein beruhigendes Geräusch im Gegen­satz zu einer Autobahn. Natur verur­sacht selten Lärm – im Gegensatz zu den von Menschen gebauten Ma­schinen. Was ebenfalls faszinierend war: die Rundungen, Becken, Höh­len, die das Wasser im Laufe der Jahrtausende in den Fels geschliffen hatte. Diese Formen! Harmonisch, vollendet, so wie sie nur die Natur schaffen kann.

Wasser ist stärker als Stein

Das Wichtigste aber war das Stau­nen darüber, dass das Wasser eben doch stärker ist als der Stein, der Fels. Das weiche, bewegliche Was­ser stärker als der harte, starre Fels. Daraus ist wahrscheinlich das Sprichwort entstanden.

Nun, was nicht ganz stimmt: es ist nicht nur das Wasser, das den Stein höhlsondern das Geschiebe, die Steine, die der Bach mit sich führt. Diese kleinen und grösseren Steine – gemäss Informations-Tafel 20 000 Tonnen pro Jahr – sind es, die den Stein höhlen. Obwohl dieses Geschiebe eine rechte Menge ist, ist es nicht sichtbar.

Trotzdem: Das Wasser ist äusserst beweglich, lebendig. Es passt sich an alle Formen an. Es fliesst einfach um alle Hindernisse herum. Schein­bar sucht es sich den Weg des ge­ringsten Widerstandes. Und wenn Widerstand kommt am Grund, dann hüpft es in Form einer Welle darü­ber hinweg. Wenn Widerstand kommt als ein grösseres Hindernis wie eine Staumauer, dann staut es sich einfach, bis es einen Abfluss gesucht und gefunden hat.

Aber in jedem Fall: Das weiche Wasser formt den harten Fels, in­dem es nie aufgibt, immer fliesst, sich nicht aufhalten lässt.

Kraft getankt

Gestärkt und zuversichtlich ging ich von diesem Ort. Gestärkt durch die Kraft des Wassers, sichtbar, spür­bar, hörbar. Gestärkt auch in der Zuversicht, dranzubleiben, wo im­mer ich als Mensch und Tropfen scheinbar harte Steine höhle. Es muss ja nicht unbedingt gerade 100 000 Jahre sein; drei, vier, fünf Anläufe reichen auch.

Ich wünsche Ihnen, dass auch Sie nicht allzu schnell aufgeben, Ihren Weg gestärkt durch Gottes Schöp­fung weitergehen … ganz im Sinne von «Steter Tropfen höhlt den Stein».

PFARRER BRUNO WIHER

BILD: COMMONS.WIKIMEDIA.ORG / RAFAEL CORVALAN