Herzlich willkommen in der reformierten Kirchgemeinde Nidau!


Die Kirchgemeinde Nidau besteht aus fünf Pfarrkreisen und umfasst die vier politischen Gemeinden Bellmund, Ipsach, Nidau und Port. Vier deutschsprachige Pfarrämter, mehr als 30 Mitarbeitende und eine grosse Zahl von Freiwilligen gestalten das kirchliche Leben.

La paroisse de Nidau est bilingue, et la communauté romande a un poste pastoral qu'elle partage avec la paroisse française de Bienne. 

Wir freuen uns, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.

A bientôt...

Wandervögel mit x-tra light Gepäck

Wandern_Mit dem Sommer und den Schulferien kommt jetzt für Viele die Zeit um zu verreisen. Schon Monate im Voraus wurden Ausflüge oder Ferien geplant. Voller Vorfreude können die Koffer und Rucksäcke hervor geholt werden und endlich geht das Packen los. Wenn alles bereit ist und man hinter sich die Wohnungstür schliesst, taucht jedes Mal die Frage auf: Habe ich an alles gedacht? Hoffentlich wurde nichts Wichtiges vergessen, Identitätskarte oder Pass, Tickets und Dokumente für die Übernachtungen müssen sicher dabei sein. So entspannt wie die Ferien auch sein mögen, so anspruchsvoll kann das Vorbereiten sein. Freude und Stress sind nah beieinander. Hoffentlich klappt alles plangemäss!

Menschen die sich auf Reisen begeben gibt es schon lange, auch wenn damals Ferien und Tourismus nicht im Vordergrund standen, somit auch in der Bibel. Im Markusevangelium (7,7–9) wird berichtet, wie Jesus seine Jünger mit folgender Packliste auf Missionsreise schickt: «Jesus ruft die Zwölf Jünger herbei. Und er begann, sie zu zweien auszusenden (…) er gebot ihnen, nichts auf den Weg mitzunehmen ausser einem Stab, kein Brot, keinen Sack, kein Geld im Gürtel, nur Sandalen an den Füssen, und: Zieht euch kein zweites Kleid an!»Heute wäre es schlichtweg undenkbar, wegzugehen ohne Rucksack, ohne Geld, ohne Wechselkleidung, ohne Knabbereien oder Wasser für den Weg. Die Jünger hingegen laufen los obschon niemand konkret auf sie wartet, begleitet durch die Ungewissheit, ob jemand für Kost und Logie sorgen wird. Unter den Füssen die Sandalen, in der Hand der Stab und mit Vertrauen bepackt, so wandern sie zu zweit in das Unbekannte. 

Eine solche Situation schafft totale Abhängigkeit, wenn nicht sogar das Gefühl der Not. Die Jünger werden zu Bettler. Damit die Reise fortdauern kann, müssen die Jünger mit Fremden in Kontakt treten und ihre Nächsten um Hilfe bitten. Die Offenheit und Grosszügigkeit der Menschen, welchen sie begegnen, ist überlebensnotwendig. Als Tauschmittel besitzen sie ausschliesslich das Evangelium, also aufrichtende Worte von Jesus. Bewundernswerterweise hatten sie die Zuversicht, dass diese genügen, um den Auftrag zu erfüllen. Das Evangelium ist anscheinend im doppelten Sinne wertvoll, denn es nährt und löscht den Durst anscheinend nicht nur auf geistlicher Ebene. Vielmehr noch zwingt einem ein so leichtes Gepäck, mit wachen Augen durch die Welt zu gehen, offen zu sein für alles was kommt und nicht unbedingt plangemäss zu wandern. Fest steht, es braucht viel Gottvertrauen auf diesem Weg. Auch wenn diese Packliste für uns unrealistisch klingen mag, macht es mich nachdenklich bezüglich der Fragen: Wie schwer ist mein Gepäck? Wie leicht bin ich unterwegs? Für die nächste Reise wäre es vielleicht gar nicht so schlecht, einige schwere Sachen hinter sich zu lassen, um sich mit einem leichteren Rucksack mehr auf Gott einlassen zu können. Wer weiss, wenn wir nicht nur auf uns selbst und unser Smartphone vertrauen, erwarten uns unter Umständen, überraschende Eindrücke, weniger Stress und warmherzige Begegnungen. Ich wünsche eine leichte Sommerzeit! 

Pfarrerin Emanuelle Dobler