Umwelt

Veganes Kochbuch will Kirchgemeinden inspirieren

Schluss mit dem ewigen Speckzopf. Ernährungsberaterin Eva Opitz will Kirchgemeinden dazu ermuntern, tierfreundlicher zu kochen. Dabei war sie selbst lange Fleischesserin.
Ein veganer Nudelsalat eignet sich gut für Buffets. (Bild: Eva Opitz)

In vielen Kirchgemeinden und Pfarreien spielen vegane Gerichte bisher noch eine Nebenrolle. Oft greift man auf Bewährtes wie Grillwürste, Zwetschgenwähe oder Speckzopf zurück. Die Neugier auf pflanzliche und tierfreundliche Küche will nun eine Broschüre des Arbeitskreises Kirche und Tier (AKUT) wecken. Auf 48 Seiten versammelt sie Rezepte für vegane Gerichte, die zugleich lustvoll und alltagstauglich sind.

Angesprochen werden sowohl Familien wie auch Kirchgemeinden, in denen im Rahmen von Gemeindeanlässen für eine grössere Gruppe gekocht wird. Die Rezepte sind deshalb jeweils für 4 und für zwanzig Personen ausgelegt. Kochideen finden sich für sämtliche Gänge vom Apéro über das Hauptgericht bis zum Dessert oder veganem «Fastfood».

Zusammengestellt wurden die Rezepte von Eva Opitz. Die ehemalige Mitarbeiterin von AKUT ist heute in der Administration einer reformierten Kirchgemeinde im Kanton Bern tätig. Zudem hat Opitz eine berufsbegleitende Ausbildung in pflanzlicher Ernährungsberatung absolviert. «Mir ist schon früh aufgefallen, dass Tierethik in den Kirchen wenig präsent ist», sagt sie.

Vorurteile entkräften

Dabei war Opitz lange Zeit selbst überzeugte Fleischesserin. Erst als ihr ältester Sohn aus ethischen Gründen Veganer wurde, begann sie sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. «Ich habe mich probeweise drei Monate rein pflanzlich ernährt und merkte danach, dass mir tierische Produkte zum Teil nicht mehr gleich gut schmeckten», sagt sie.

Mit dem Buch will Opitz zeigen, dass es zu vielen Gerichten, die traditionell in Kirchgemeinden aufgetischt werden, schmackhafte vegane Alternativen gibt. «Ein Zopf schmeckt genauso gut mit angebratenen und gut gewürzten Sojawürfelchen oder mit Oliven anstelle von Speck», sagt sie.

Zudem sollen die Rezepte das Vorurteil entkräften, vegane Küche sei immer aufwendig und kompliziert. Oftmals sei das Gegenteil der Fall, sagt Opitz. «Wenn ich zum Beispiel einen Kuchen backen will, muss ich nicht erst noch frische Eier und Butter kaufen.»

Es geht ums Probieren

Viele der Rezepte hat Opitz aus dem eigenen Fundus. Sie liess sich aber auch von Künstlicher Intelligenz inspirieren und holte Anregungen auf den zahlreichen Rezeptseiten im Internet. Einige Rezepte stammen zudem von Paolo Balzarini, ebenfalls einem leidenschaftlichen Hobbykoch und ehemaligen Kirchenpfleger in Bülach (ZH).

Zur Broschüre

Die Publikation «Pflanzlich kochen – mit Herz und Verantwortung» kann auf der Webseite des Arbeitskreises Kirche und Tier (AKUT) bestellt oder kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

Und was kocht Opitz? Für einen heissen Sommertag empfiehlt sie beispielsweise einen mediterranen Nudelsalat mit Antipasti und Oliven oder Gemüse und Tofu-Spiessli auf dem Grill. Ein erfrischendes Dessert sei etwa ein Zitronencake mit Zucchini. Letztlich geht es ihr aber gar nicht so um das Rezept. «Man muss sich nicht stur ans Rezept halten. Das Buch soll vor allem zum Probieren animieren», sagt sie.

Die Rezeptvorschläge sind deshalb mit Tipps für Varianten versehen. So lassen sich aus den Frühlingsrezepten leicht Herbstgerichte machen, indem man saisonal passendes Gemüse verwendet. 

Beitrag teilen

Lesen Sie mehr zum Thema