Medien
Igor Levit und Danger Dan vom ZDF ausgebremst
Der Musiker Danger Dan wirft dem ZDF-Intendanten Norbert Himmler Zensur vor. Es sei ein «furchtbares Zeichen», dass Himmler «anfängt, antifaschistische Lieder zu zensieren», sagte Dan dem «Spiegel» in einem Interview. «Ich habe gehört, der Intendant soll dafür bekannt sein, autoritär in Sendungen und Inhalte eingreifen zu wollen – und das deutet natürlich auch auf eine politische Programmatik hin», führte der Musiker aus.
Für die 100. Ausgabe von «Die Anstalt» war Dan mit seinem Lied «Keine Angst» eingeladen, das sich mit dem Widerstand gegen Rechtsextremismus befasst. «Der Text des Liedes kann allerdings als Aufruf zu Gewalt verstanden werden», erklärte das ZDF. Ein solcher Aufruf stünde im klaren Widerspruch zu den Programmrichtlinien des ZDF. Daher sei der Auftritt abgesagt worden.
Danger Dan hatte zusammen mit dem Pianisten Igor Levit auftreten sollen. In einem Post im Netzwerk Instagram schreiben die beiden: «Dieser Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit ist skandalös.» Eine offizielle schriftliche Begründung für ihre Ausladung hätten sie zunächst nicht erhalten, «aber natürlich hat dieses Auftrittsverbot einen politischen Hintergrund».
Danger Dan bestritt, in dem Lied zur Gewalt aufzurufen. «Nichts von dem, was ich da erzähle, ist illegal», sagte er dem «Spiegel».
Er schilderte, «Die Anstalt» habe sich bis zuletzt sehr ins Zeug gelegt, den Auftritt möglich zu machen. «Sie haben sogar ihr ganzes Programm umgeschrieben, um das Lied in die Sendung einzubetten, und wollten die Sendung dann 'Antifanstalt' nennen.» Die Intendanz habe dann ganz kurz vor knapp, «als wir mit unserem Team, Igor Levit und sechs weiteren Musikern schon in München angekommen waren, ihr Veto eingelegt». (epd/ gab)