Synode

EKS schliesst wichtige Geschäfte ab

Während der dreitägigen Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) in Bern konnten die Delegierten wichtige Pflöcke einschlagen. Anderes bleibt dagegen weiterhin offen; so etwa die Rechnung 2020, die eine Rückstellung über 145’000 Franken enthält.

Rita Famos bei ihrer ersten Synode als Präsidentin der EKS. (Bild EKS-EERS / Nadja Rauscher)

Genau ein Jahr ist es her, seit die Rücktritte von Ratspräsident Gottfried Locher und Ratsmitglied Sabine Brändlin die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS) in eine Krise gestürzt haben. Seither war die Institution vor allem damit beschäftigt, die Geschehnisse aufzuarbeiten und gleichzeitig wichtige Dossiers voranzutreiben. Zumindest mit Letzterem ist sie nun einen Schritt weitergekommen.

So hat die Synode der EKS, welche vom 13. bis zum 15. Juni in der BernExpo tagte, unter anderem die Rechnung 2019 abgenommen. Dies geht aus einer Mitteilung hervor. An der Versammlung vor einem Jahr hatten die Delegierten entschieden, dieses Geschäft von der Traktandenliste zu streichen; zu vieles sei im Zusammenhang mit dem Rücktritt Lochers noch unklar, um bereits die Bücher zu schliessen. In den darauffolgenden Synoden im Herbst hatte es aus zeitlichen Gründen nicht mehr für die Rechnung gereicht.

Nun war diese Vorlage nicht mehr umstritten: Mit 68 Ja-Stimmen genehmigten die Synodalen die Rechnung 2019, die mit einem Ertragsüberschuss von 543'516 Franken schliesst. Die Rechnung 2020, die ein Plus von 63'246 Franken aufweist, wurde dagegen auf die ausserordentliche Synode von Anfang September verschoben. Dies mit der Begründung, dass sie zusammen mit dem Bericht der Kommission debattiert werden soll, die für die Untersuchung der beiden Rücktritte zuständig ist.

Besonders pikant dabei: Die Rechnung 2020 enthält eine Rückstellung in der Höhe von 145'000 Franken. Dabei geht es um eine Forderung im Zusammenhang mit der noch laufenden Untersuchung wegen Grenzverletzungen: Eine ehemalige Mitarbeiterin hatte im vergangenen Frühling eine Beschwerde gegen Locher eingereicht, in deren Nachgang der damalige Präsident demissioniert war.

Drei neue Handlungsfelder

Ebenfalls angenommen wurden die drei vom Rat vorgeschlagenen Handlungsfelder Kommunikation, Bewahrung der Schöpfung sowie Bildung und Berufe. Damit hat die Synode festgelegt, worauf die EKS künftig vermehrt fokussieren soll – und in welchen Bereichen die Mitgliedkirchen Kompetenzen an die EKS delegieren wollen. «Handlungsfelder sollen Akzente setzen und sind für drei bis sechs Jahre als mittelfristige Schwerpunkte gedacht», wird die neue Präsidentin Rita Famos dazu auf dem Portal reformiert.info zitiert.

Anträge auf Abänderungen oder weitere Handlungsfelder kamen nicht durch. Im weiteren Verlauf soll nun für jedes Handlungsfeld ein strategischer Ausschuss gebildet sowie ein konkretes Mandat ausformuliert werden.

Mehr Transparenz gefordert

Zentral für das weitere Arbeiten der EKS sind ausserdem das neue Finanzreglement sowie die neue Geschäftsordnung. Beide Rechtsgrundlagen wurden nach intensiver Diskussion von der Synode angenommen.

Das Finanzreglement hält fest, welche Organe der EKS über welche Finanzkompetenzen verfügen und macht Vorgaben zur Rechnungslegung, zum Voranschlag sowie zur Entschädigung. Zu letzterem forderten die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn, dass das Lohnsystem transparent gemacht und dem Finanzreglement angehängt wird.

Phase der Rechtsunsicherheit endet

Die Geschäftsordnung wiederum regelt verschiedene Verfahrensfragen wie etwa in Bezug auf Verhandlungen, Abstimmungen oder die Aufgaben der Kommissionen. Neu gibt es die Möglichkeit für Gesprächssynoden, wenn Fragen im Raum stehen, die vertieft debattiert werden müssen. Klar geregelt ist ausserdem das Prozedere zum Ausschluss der Öffentlichkeit von Synoden. Hier setzte sich ein Antrag durch, wonach auch die Beratungen über den Ausschluss der Öffentlichkeit noch in Anwesenheit von Publikum, Medien oder Gästen stattfinden müssen. Ein Thema, das vernachlässigbar scheinen mag, das aber gerade bei der Synode vor einem Jahr, als es um den Rücktritt des Präsidenten ging, für Konfusion sorgte.

Die ausserordentliche Synode im September findet noch nach dem alten Reglement der Abgeordnetenversammlung statt. Die neue Geschäftsordnung tritt auf den 1. Oktober in Kraft, wie es in der Mitteilung heisst. Damit endet auch die Phase der Rechtsunsicherheit, die sich aus dem gleichzeitigen Bestehen von neuer Verfassung und alten Reglementen ergab und über anderthalb Jahre andauerte.