78 Schüler einer Partnerkirche von Mission 21 in Kamerun entführt

Bewaffnete haben die Presbyterian Secondary School in Kamerun angegriffen und 78 Schülerinnen entführt. Die Internatsschule gehört zur Presbyterianischen Kirche, einer Partnerkirche des evangelischen Missionswerks Mission 21.


Unbekannte Bewaffnete haben am 4. November die Schule einer Partnerkirche des evangelischen Missionswerks Mission 21 in der Stadt Bamenda in Kamerun angegriffen. Dabei haben sie 78 Schülerinnen und Schüler sowie den Schulleiter und zwei Angestellte entführt. «Der Kirchenvorsitzende Samuel Fonki erklärte, dass die Entführer die Schliessung der Schule verlangten», heisst es in einer Medienmitteilung des Missionswerks vom 6. November. Bereits am 31. Oktober seien elf Schüler entführt worden, die wieder gegen Lösegeldzahlung freikamen.

Der Kirchenleitung sei von den Entführern ein rund fünfminütiges Video geschickt worden, das auch Mission 21 vorliegt. «Das Video zeigt einige der eingeschüchterten Schüler. Dies hat offenbar den Zweck, den Druck auf die Kirche zu erhöhen», sagt Fonki gemäss der Mitteilung.

Menschenrecht auf Bildung

Die Kirche hatte sich geweigert, die Schule mit über 600 Schülern zu schliessen. Separatisten forderten dies als Ausdruck des Widerstands gegen die Zentralregierung in Yaoundé. Damit pochte die Kirche auf das Menschenrecht auf Bildung.

Der seit langem bestehende Konflikt zwischen französischsprachiger Zentralregierung und den beiden englischsprachigen Regionen im Westen Kameruns verschärfte sich am 1. Oktober 2017, als Separatisten die Unabhängigkeit der Regionen als «Republik Ambazonia» ausriefen. (bat)