500 Jahre Kirche Lauenen 1518 - 2018

Frage: war Peter Tüller ein Lauener?
Im Saaner Jahrbuch 1974 lesen wir folgende "Meldung": Die Landschaftschronik berichtet, dass im Jahre 1518 Peter Tüller aus Lauenen nach Rom gesandt wurde, um vom Papst die Erlaubnis zum Bau einer Kirche zu erbitten. Seine Bemühungen hatten Erfolg, die Lauener durften nun an Stelle ihrer alten Kapelle eine neue, geräumige, dem Apostel Petrus geweihte Kirche errichten, die aber erst nach langwierigen Verhandlungen mit den anderen Landleuten und dem Pfarrer von Saanen zu einer selbstständigen Pfarrkirche erhoben werden konnte.

Im Buch "Landschaft Saanen" - Festgabe auf den 400. Gedenktag der Vereinigung der Landschaft Saanen mit Bern - finden wir folgende Angaben:
Burgerliche Geschlechter der Gemeinde Lauenen, alte Familien, schon vor 1900 ansässig: Annen, Brand, Braun, Fankhauser, Gander, Gehret, Gonseth, Haker, Haldi, Hauser, Hauswirth, Jaggi, Marmet, Nigst, Oehrli, Perreten, Reichenbach, Schopfer, Schwizgebel, Sumi, Würsten, Zingre.

Dazu 37 neue Familien eingebürgert seit 1900. Von den 81 alten, schon vor 1900 ansässigen Geschlechtern sind einzelne Zweige in verschiedenen Gemeinden der Landschaft heimatberechtigt, nämlich 6 Geschlechter in allen drei Gemeinden Gsteig, Lauenen und Saanen: Brand, Haldi, Hauswirth, Jaggi, Reichenbach, Schopfer:

10 Geschlechter in den Gemeinden Gsteig und Saanen: Fleuti, Kohli, Kübli, Linder, Matti, Müllener, Reller, Rufi, Russi, Seewer.

8 Geschlechter nur in der Gemeinde Gsteig: Christen, Graa, Hänggi, Köbel, Kropfli, Romang, Topfel, Uelliger.

6 Geschlechter nur in der Gemeinde Lauenen: Braun, Fankhauser, Haker, Marmet, Nigst, Oehrli.

41 Geschlechter nur in der Gemeinde Saanen: Nebst einigen noch heute bekannten Namen wie z. B. Aellen, Bach, Blum, Frautschi, Grundisch, von Grünigen, Mösching, Raaflaub, Reuteler, von Siebenthal, Steiner eben auch der Name Tüller.

Daraus geht hervor, dass Peter Tüller wohl in Lauenen gelebt hat, aber nicht in Lauenen heimatberechtigt war.

Er wurde "nach Rom gesandt", als Vertreter der Lauener Bevölkerung, um die "Erlaubnis zum Bau einer Kirche zu erbitten". Das ist doch wohl ein Beweis für das grosse Vertrauen, das er damlas hier genoss.

Wir sind ihm heute, da wir das 500-jährige Bestehen unserer Kirche feiern dürfen, von Herzen dankbar für seinen grossen Einsatz.

Alle Angaben aus den Büchern "Landschaft Saanen" und dem Saaner Jahrbuch 1974. Im Mai 2018 Christian Schwizgebel senior