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Reformierte halten Weltkongress in Leipzig ab

(Bild: Wikimedia) Die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen repräsentiert 80 Millionen reformierte Christen. In den 108 rot markierten Ländern befinden sich eine oder mehrere Mitgliedskirchen, insgesamt sind es rund 230.

Vom 29. Juni bis 7. Juli 2017 findet in Leipzig die Generalversammlung der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK) statt. Die Schweiz wird durch eine Delegation des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) vertreten.

Die Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen veranstaltet alle sieben Jahre eine Generalversammlung ihrer Mitgliedskirchen. Dieses Jahr findet sie vom 29. Juni bis 7. Juli in Leipzig statt. Im Jahr des Reformationsjubiläums habe man bewusst «das Land Luthers gewählt», wie es in einer Mitteilung des SEK vom Donnerstag heisst. Rund 1‘000 Teilnehmer werden erwartet.

Die Schweiz wird von einer siebenköpfigen Delegation vertreten: Kirchenbundpräsident Gottfried Locher, Serge Fornerod, Leiter der Aussenbeziehungen des SEK, Theologin Maria Oppermann, Pfarrerin Susanne Schneeberger Geisler, Pfarrvikarin Cécile Pache, Pfarrerin Sarah Nicolet und Pfarrerin Catherine McMillan. Die Mitglieder der Schweizer Delegation werden in einem Blog von der Versammlung berichten, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Beitritt zur «Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre»

Am 5. Juli soll nach Angaben der WGRK einer der Höhepunkte der Versammlung stattfinden: Im Rahmen eines ökumenischen Gottesdienstes wollen die Reformierten die «Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre» unterzeichnen (siehe Kasten). Weitere Programmpunkte der Versammlung sind die Wahl eines neuen Generalsekretärs und die Verabschiedung einer Abschlusserklärung zum Thema Weltgerechtigkeit.

Die WGRK mit Sitz in Hannover vertritt rund 230 evangelisch-reformierte Kirchen mit etwa 80 Millionen Mitgliedern. 2014 hat die Weltgemeinschaft aus Kostengründen ihren Sitz von Genf nach Hannover verlegt.

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Hinweis

Die «Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre»

An den Differenzen über die Rechtfertigung des Sünders vor Gott und die Ablasspraxis war in der Reformationszeit die Einheit der westlichen Kirche zerbrochen. Mit der «Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre» war 1999 zum ersten Mal seit der Reformation gelungen, dass die Kirchen gemeinsame Aussagen zu jener Lehre machten, die einst Ausgangspunkt für die Spaltung gewesen war. Das Dokument bekundet, dass zwischen Lutheranern und Katholiken ein Konsens in Grundwahrheiten der Rechtfertigungslehre besteht. Damit verbunden ist die Feststellung, dass die gegenseitigen Lehrverurteilungen des 16. Jahrhunderts nicht zutreffen. Die Methodisten sind der Erklärung 2006 beigetreten.

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