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St. Galler Kirchen präsentieren neuen Lehrplan

Bischof Markus Büchel, Kirchenratspräsident Martin Schmidt und Kuno Schmid von der Universität Luzern stellten am Donnerstag an einer Medienorientierung den Lehrplan für das Fach Ethik, Religionen, Gemeinschaft vor.
(Bild: Sabine Rüthemann) Bischof Markus Büchel, Kirchenratspräsident Martin Schmidt und Kuno Schmid von der Universität Luzern stellten am Donnerstag an einer Medienorientierung den Lehrplan für das Fach Ethik, Religionen, Gemeinschaft vor.

Im Kanton St. Gallen bleiben das Fach Ethik, Religionen, Gemeinschaft sowie der Religionsunterricht mit dem Lehrplan 21 im Stundenplan der Volksschule. Die beiden Konfessionen haben zusammen mit Fachleuten einen Lehrplan entwickelt, der die verlangten Kompetenzen konkretisiert.

Alle 20 Jahre komme ein neuer Lehrplan und die kantonalen Besonderheiten gerieten unter Druck, sagte Martin Schmidt, Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, an der Medienorientierung vom Donnerstag.

Zu den Besonderheiten des Kantons St.Gallen gehört, dass das Fach Ethik, Religion, Gemeinschaft (ERG) als Wahlpflichtfach in die Stundentafel der Volksschule aufgenommen wird. Auch der freiwillige Religionsunterricht ist wie bisher in die Stundenpläne integriert.

Schüler müssen wählen

Die Schülerinnen und Schüler müssen sich künftig − ab der dritten Klasse − entscheiden, ob sie die eine Wochenlektion Ethik, Religionen, Gemeinschaft in der Variante Schule oder Kirche absolvieren möchten. Je nach Wahl erhalten sie dann Unterricht von der Lehrkraft der Volksschule oder von einer kirchlichen Lehrperson. Im Lehrplan 21 werden Inhalte definiert, die im Unterricht verbindlich bearbeitet werden müssen. Damit werde die Sicherheit geschaffen, dass die Schülerinnen und Schüler die gleichen Inhalte lernten, unabhängig davon, ob sie sich für ERG Schule oder ERG Kirche entscheiden, hiess es an der Medienorientierung.

Ökumenische Zusammenarbeit

Der neue Lehrplan sei eine Chance, ein Zeichen zu setzen, dass Religion und Gesellschaft gut zusammenarbeiteten, erklärte Bischof Markus Büchel. Bei der Kooperation zwischen Kanton, Schule und Kirche sei in kürzester Zeit ein grossartiger Beitrag geleistet worden.

Gemeint ist damit eine Ergänzung und Konkretisierung zum Lehrplan 21 für das Fach ERG und den Religionsunterricht, bei der die beiden Konfessionen zusammenspannten. Im Kanton St.Gallen sei «in einer ökumenischen Dynamik» vieles möglich, was in anderen Kantonen nicht gelänge, ergänzte Schmidt.

Kompetenzen als Lernziel

Das neue Fach startet im nächsten Schuljahr. Erarbeitet wurde der St.Galler Lehrplan von Fachleuten der Hochschulen und der Lehrerbildung unter der Leitung von Kuno Schmid, Dozent für Religionsdidaktik an der Universität Luzern.

Grundlage für die Inhalte des kirchlichen Lehrplans sind die im St. Galler Lehrplan Volksschule vorgegebenen Kompetenzen. Dazu gehören etwa Themenbereiche wie «Menschliche Grunderfahrungen», «Ethische Urteilsbildung» oder «Orientierung in der Vielfalt». Diese werden im Fach ERG-Kirchen aufgegriffen und konkretisiert. Die Ausführungen, Materialien und Hinweise sind ab sofort im Internet abrufbar. (sda/ref.ch)

 

 

Zum Lehrplan von ERG-Kirchen und Religionsunterricht

 

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