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Kirchenbundspräsident Locher erschüttert über Blutbad in Paris

Betet für Paris: Eines der vielen Bilder, die momentan im Internet zirkulieren.
(Bild: wikimedia/Hawk-Eye) Betet für Paris: Eines der vielen Bilder, die momentan im Internet zirkulieren.

Nach den Anschlägen in Paris von gestern ruft Kirchenbundspräsident Gottfried Locher zur Versöhnung auf. Die Menschen guten Willens müssten gemeinsam für den Frieden einstehen, wie er im Interview sagt.

Herr Locher, wie reagieren Sie auf die Attentate von Paris?
Ich bin erschüttert über das Blutbad in Paris. Das hemmungslose Töten unschuldiger Menschen ist unerträglich. Die trauernden Familien habe ich ins Gebet miteingeschlossen.

 

Wann und wo haben Sie davon erfahren?
Mitten in der Nacht am Küchentisch übers Internet.

 

Was können die Kirchen jetzt tun?
Gehen wir den Weg Jesu: den Weg der Versöhnung. Ich rufe Menschen guten Willens auf, für den Frieden einzustehen.

 

Was beschäftigt Sie am meisten?
Ich frage mich, wie ein Mensch so weit kommt, dass er sich und andere in einen sinnlosen Tod reisst.

 

Besteht nach den Attentaten die Gefahr, dass die Muslime noch stärker für die Greueltaten verantwortlich gemacht werden, auch in der Schweiz?
Ja, die Gefahr besteht. Mehr denn je mehr gilt aber: Juden, Christen und Muslime müssen gemeinsam gegen extremistische Mörder vorgehen.

 

Der französische Geheimdienst konnte die Attentate nicht verhindern. Soll man die Geheimdienste mit noch mehr Vollmachten ausstatten?
Konkrete Massnahmen sind Sache der Politik und müssen demokratisch verankert sein.

 

Viele Menschen fühlen sich jetzt komplett ohnmächtig. Was können wir tun?
Wir dürfen nicht in Furcht versinken. Das Gebet ist eine gute Art, mit Ohnmachtsgefühlen umzugehen, am besten gemeinsam morgen im Gottesdienst. Der Tod hat nicht das letzte Worte, daran halten wir seit Ostern fest.

 

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