Präsident:
Pfarrer Christoph Knoch, Kranichweg 10, 3074 Muri 
 

Co-Vizepräsidium:
Peter von Känel
Kurt Schweiss

Sekretär:
Jürg Bräker, Worbstrasse 220 B, 3073 Gümligen 

Kurzinfo November 2007

Wichtigste Traktanden waren die Arbeit an den neuen Statuten der AKB und der Bericht über die 3. Europäische Ökumenische Versammlung in Sibiu.

Mit dem Acrobat-Reader können Sie das angehängte Dokument öffnen und lesen.

Hier Notizen zum Bericht über Sibiu:
Christiane Faschon, Generalsekretärin der AGCK-CH, und Marianne Meyner, Offizierin der Heilsarmee, berichten beide von ihren Erfahrungen in Sibiu. An beide geht die Frage, was ihrer Meinung nach die Begegnung von Sibiu für die Ökumene „bringt“? Wo wurde/wird der ökumenische Prozess in Schwung gehalten? Wo gebremst?
Die gesamte Organisation war mit enormen Schwierigkeiten verbunden, es war jedoch beeindruckend, wie letztlich doch fast alles funktioniert hat.
Sehr wertvoll waren die vielen zwischenmenschlichen Kontakte. Die Ökumene hat „funktioniert“. Spannend war der Austausch über die je verschiedenen Lebens- und Kirchensituation. Überraschend war, dass es in Sibiu ein spezielles Frauenkaffee gibt, das seit Jahren ökumenische Gespräche ermöglicht.
In vielen Begegnungen wurde deutlich, dass Europa zusammenwächst. Dazu auch das Grusswort von José Manuel Barroso.
Am orthodoxen Gottesdienst waren explizit nur Orthodoxe zur Kommunion eingeladen [das ist nicht überraschend! ck]. Die Orthodoxie war in Sibiu sehr präsent. Die Farbigkeit hat sozusagen die fehlende Kunst ersetzt.
Es hat leider kein ökumenischer Gottesdienst stattgefunden. Erfreulich war hingegen, wie einer der zelebrierenden Bischöfe bei einer katholischen Messe alle ausdrücklich zur Kommunion eingeladen hat.
Viele Grussworte haben gezeigt, dass eine hohe gegenseitige Wertschätzung spürbar ist. Es blieb jedoch viel zu wenig Zeit für einen konkreten und kosntruktiven Austausch. Dafür wurde (aus Angst?) kein Raum gelassen/geschaffen.
Angeregt wurde, einen gemeinsamen Ostertermin festzulegen. In der offiziellen Schlussbotschaft fehlt diese Anregung jedoch leider.
Das Getrenntsein der Kirchen wird sehr schmerzlich empfunden und empfohlen, vermehrt ökumenische Arbeit anzugehen. Die Charta oecumenica muss dringend bekannter gemacht werden.
Klimaschutz sollte von den Kirchen unterstützt und Kriege sollten verhindert werden.
Es wurde angeregt, dass alle Kirchen jährlich zwischen 1. September und 4. Oktober die „Schöpfungszeit“ praktizieren und so einen nachhaltigen Lebensstil fördern (vgl. Basel 1989: „Gerechtigkeit, Friede, Bewahrung der Schöpfung“).
Wichtig war und ist die „Botschaft der Jungen“ . Darin sind sehr klar und deutlich die drängenden Fragen in der aktuellen Ökumenediskussion benannt.
Die Einladung zur gemeinsamen Abendmahlsfeier liegt noch in weiter Ferne – und es besteht auch wenig Hoffnung, da weiter zu kommen. Hingegen sollen emeinsame Gebetsgottesdienste gefördert werden.
Ein hilfreiches Papier zur Arbeit der Kirchen miteinander wurde erarbeitet und verabschiedet.
Die Frage der Stellung der Frau in der Kirche und im Amt wurde diskutiert, allerdings eher am Rand.
Migration und Integration muss zur Sache der Kirche werden. Es gab aufs Ganze gesehen, so Christiane Faschon, viel was sich zu diskutieren lohnt.
Die Schweizer Delegation hatte in Sibiu einen Schweizerabend organisiert.
Marianne Meyner, offizielle Delegierte der Heilsarmee, ergänzt, dass die Hälfte der Delegation der HA Frauen waren, was unter den sonst stark männerlastigen Delegationen sehr positiv aufgefallen ist. Die Spannweite zwischen Basis und Hierarchie war sehr gross. Die „Hierarchen“ waren sehr sichtbar.
Die Vorträge waren spannend und gut, es blieb jedoch viel zu wenig Zeit, sie zu diskutieren.
Für die Heilsarmee ist das Bewusstsein für einen guten Umgang mit der Schöpfung neu. Hier wurde deutlich, wie nötig der ökumenische Austausch ist und wie unterschiedlich die Ökumene in der HA gehandhabt wird.
„Das Ganze war sehr beiendruckend“ fasst Marianne Meyner ihren Bericht zusammen.
Radio Suisse Romande hat fünf gute Berichte gemacht, die am 12.1.08 noch unter zu finden und zu hören waren - ck].
Unter www.eea3.org sind weiterhin Informationen zu finden.
Unsere Fragen und Anregungen für die Weiterarbeit:
 Migration – Charta – Ökologie: Wo sollte man nachhaken damit etwas bewegt wird?
 z.B. September Schöpfungszeit – ist aber nichts Neues und benötigt auch keine persönliche Veränderung. Schwierigkeit – Voten werden ausgegeben und gelangen nicht an die Basis.
 Wo bin ich bereit etwas aufzugeben um etwas zu ändern, wie z.B. beim Osterdatum? (wäre ein echtes Zeugnis der Ökumene)
 Ein ökumenischer Schritt in der Schweiz wäre ein gemeinsamer Bibelsonntagstermin. Das wäre sicher einfacher machbar als gemeinsame Ostern.
Die Charta oecumenica ist klarer als die Schlussbotschaft von Sibiu. Die Frage bleibt, wie man der Basis vermitteln kann, was in Sachen Ökumene nun an der Reihe ist.

Von: ck

Datum: 12.01.2008

Attachment: Kurzinfo November 2007