Herzlich willkommen in der reformierten Kirchgemeinde Nidau!


Die Kirchgemeinde Nidau besteht aus fünf Pfarrkreisen und umfasst die vier politischen Gemeinden Bellmund, Ipsach, Nidau und Port. Vier deutschsprachige Pfarrämter, mehr als 30 Mitarbeitende und eine grosse Zahl von Freiwilligen gestalten das kirchliche Leben.

La paroisse de Nidau est bilingue, et la communauté romande a un poste pastoral qu'elle partage avec la paroisse française de Bienne. 

Wir freuen uns, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.

A bientôt...

Kontakt und Adressen

Personen

Gebäude

 

Der Rückspiegel

Spiegel, Editorial

Wenn Sie ein Auto haben, dann hat dieses drei Rückspiegel. Und diese sind sehr wichtig. Ohne Rückspiegel würde ein Auto an der Motorfahr­zeugkontrolle nicht durchkommen.

Doch was hat das mit der Bibel zu tun? Eigentlich nichts! Denn als die Bibel geschrieben wurde, gab es noch keine Autos und keine Rück­spiegel. Aber sehr wohl Karren und Wagen. Wagen und Teile davon kommen in der Bibel auch vor! So z. B. ist das Joch als Teil eines Och­senwagens ein oft verwendetes und starkes Symbol.

Nun haben wir heute keine Och­senkarren mehr mit einem Joch, son­dern Autos mit einem Rückspiegel.

Sie alle wissen, was ein Rückspiegel ist. Mit einem Rückspiegel kann ich ganz bequem im Auto sitzen, und – ohne den Kopf zu drehen – nach vor­ne und gleichzeitig auch nach hin­ten sehen.

Und was sehe ich darin? Ich sehe den andern. Den, der mir am nächs­ten ist, mit dem ich mich auf der Strasse arrangieren muss, um heil über die Runden zu kommen.

Ich sehe nicht nur den, der mir nahe ist, sondern auch jenen, an dem ich schon vorbeigefahren bin. Das ist wichtig in einer Welt, in der alles so rasend schnell geht, in der mir vieles vielleicht erst richtig be­wusst wird, wenn es schon vorbei ist.

Der Rückspiegel ermöglicht mir also die Sicht zurück, die Rück-Sicht. Wenn ich rücksichtsvoll fah­ren will, dann muss ich möglichst oft in den Rückspiegel schauen.

 Der Rückspiegel im Leben

Wenn ich rücksichtsvoll leben will, dann bin ich auch eingeladen, mög­lichst häufig in den Rückspiegel zu schauen. Und in den Rückspiegel zu schauen heisst dann: nicht nur nach vorne zu schauen, wer mir voraus ist, wer schneller ist als ich, sondern auch zur Seite zu schauen, wer mit mir fährt oder nach hinten, wen ich hinter mir gelassen habe.

Denn auch im täglichen Leben gehe und fahre ich oft an andern vorbei – jenen, die auf der Strecke bleiben. Ich überhole riskant, nur weil ich schneller sein will. Ich drän­ge andere von der Fahrbahn ab, weil ich nicht vorsichtig genug bin. Und dabei hätte ein kurzer Blick zurück so manches verhindert.

Der Rückspiegel hat aber auch noch eine andere Eigenschaft. Ich muss ihn nur ganz wenig drehen und er wird mir zum Spiegel. Ich sehe nicht mehr den andern, sondern mich. In einen Spiegel zu schauen, ist zwar etwas Alltägliches. Aber ich weiss, wie schwierig es ist, mir selbst in die Augen zu schauen. Und das ist manchmal genau so schwierig, wie den Nächsten zu erkennen.

Eins allerdings ist sicher: auch im Leben komme ich wie bei der Mo­torfahrzeugkontrolle nicht durch ohne Rückspiegel.

PFARRER BRUNO WIHER

 

Bild: ZVG