Herzlich willkommen in der reformierten Kirchgemeinde Nidau!


Die Kirchgemeinde Nidau besteht aus fünf Pfarrkreisen und umfasst die vier politischen Gemeinden Bellmund, Ipsach, Nidau und Port. Vier deutschsprachige Pfarrämter, mehr als 30 Mitarbeitende und eine grosse Zahl von Freiwilligen gestalten das kirchliche Leben.

La paroisse de Nidau est bilingue, et la communauté romande a un poste pastoral qu'elle partage avec la paroisse française de Bienne. 

Wir freuen uns, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.

A bientôt...

Kontakt und Adressen

Personen

Gebäude

 

Herztransplantation?

Wolkenherz

Wer nicht herzkrank ist, kann sich wohl kaum vorstellen, wie qualvoll das ist. Mit wie viel Angst und Schmerz und Panik ein Mensch fer­tig werden muss, der Angina pecto­ris hat oder dann Herzschwäche im Endstadium.

Dann ist manchmal ein Spender­herz die einzige Möglichkeit, am Le­ben zu bleiben.

Das alte kranke gegen ein neues gesundes Herz auszutauschen ist heute längst medizinisch machbar, und es hat schon manchem Men­schen den Tod erspart oder ihn für Jahre hinaus gezögert.

Das gebrochene Herz, «broken heart syndrom» ist eine medizinisch aner­kannte Krankheit. Der Herzmuskel hat eine Funktionsstörung, die durch Liebeskummer, Kränkung, Enttäuschung, Einsamkeit, Verlas­senwerden verursacht worden ist.

Und wie sagt der Volksmund: «Du hast mir das Herz gebrochen» oder: «Das hat mir das Herz gebrochen».

Natürlich ist das organische Herz dabei bruchstellenfrei. Aber es ist ein Bild für einen Zustand, der den Betroffenen sehr an seine Grenzen bringt. Es fühlt sich ziemlich uner­träglich an, ein gebrochenes Herz zu haben.

Der Volksmund vertröstet dann: «Zeit heilt alle Wunden» …

Gott aber sagt (Hesekiel 36, 26): «Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch». Und das ist im Jahr 2017 die Jahres­losung.

Diese Verheissung ist mehr als Wundpflege, mehr als Vernarbung, mehr als eine lebenslange Bruch­stelle. Das ist revolutionär!

Ein neues Herz

«Herz» gilt der Menschheit seit je­her als Sitz der Gefühle und ist eine Umschreibung für die Befindlichkeit der ganzen Person.

Wir wissen, dass sogar Menschen, die schon die tiefste Verzweiflung erlebt haben, wieder neue Hoffnung schöpfen konnten. Als hätte man ihnen ein neues Herz eingesetzt.

Immer wieder geschieht es, dass ein Mensch in der Nacht seiner Ängste, im Tal seiner Trauer, in der Endlosschleife seiner Schuldgefühle hinausfindet in ein Dasein «danach».

In einen neuen Lebensabschnitt. Das erleben Einzelne, das erleben Gemeinschaften, Völker, Generatio­nen.

Etwas, was wie der Tod schmeckt, kann noch einmal abgewendet wer­den, und wir erleben, dass diese Verheissung «Ich schenke dir ein neues Herz» so Grenzen sprengend ist, wie es sich anhört.

Das kann auch nach sehr vielen Jahren und mitten in der Ausweglo­sigkeit geschehen.

Ganz plötzlich! Oder ganz all­mählich.

Ein neues Herz für mich

Die Aussicht, von Gott am Herzen, im Herzen, im Personkern verändert zu werden, ist eine berechtigte Hoff­nung. Nicht wir selber können uns durch Leistung und Wohlverhalten selbst heilen. Im Luthergedenkjahr feiern wir darum die durchbrechen­de Erkenntnis von damals, dass es das neue Herz gratis und «einfach so» gibt. Weil Gott es will. Nicht weil wir es erwirtschaftet haben. Wer eine Krise überstanden hat, weiss haargenau, dass es wenig eigene Leistung war und viel «Geschenk» in Form von Menschen mit guten Zu­hör-Ohren und liebevollen Augen oder dann in Form eines neuen bis­her unbekannten Gestärktseins.

Hoffen wir also 2017 ganz intensiv darauf, dass ein neues Herz mit neu­er Kraft in uns zu schlagen beginnt.

Für dich, für mich, für alle, die eines brauchen.

PFARRERIN URSULA HOLTEY

BILD: MARTIN SCHNEIDER / PIXELIO.DE