Auftrag der Kirchgemeinde Nidau

 

«Die Kirchgemeinde Nidau will eine Gemeinde sein, die offen ist für die biblische Botschaft und die sich aufmerksam mit den Problemen der Gesellschaft auseinandersetzt. Sie will in ihr für die Werte und die Botschaft der Bibel einstehen.» (aus dem Leitbild)

Die Kirchgemeinde Nidau besteht aus fünf Pfarrkreisen und umfasst die vier politischen Gemeinden Bellmund, Ipsach, Nidau und Port. Vier deutschsprachige Pfarrämter, mehr als 30 Mitarbeitende und eine grosse Zahl von Freiwilligen gestalten das kirchliche Leben.

La paroisse de Nidau est bilingue, et la communauté romande a un poste pastoral qu'elle partage avec la paroisse française de Bienne.  


Liebe Grüsse vom Mars?

Editorial März 2015

Liebe Leserin, lieber Leser

Wenn Sie diese Zeilen lesen, befin­den wir uns bereits im Monat März, dem Monat des Planeten Mars. Mars der Kriegsgott der Römer. Krieg steht uns hier in der Schweiz nicht besonders nahe und doch nicht weit weg befindet sich ein Land (die Uk­raine) in einem Bürgerkrieg. Kriege gibt es im Moment viele auf dieser Erde, ich beginne lieber gar nicht mit Aufzählen.

Eigentlich könnten wir es hier auf der Erde doch friedlich haben, oder nicht? Woher kommen denn all die­se Kriege und Konflikte? Haben sie sich das auch schon gefragt? Ich fin­de, wir müssen da gar nicht so weit suchen. Wer kennt nicht all die schwierigen Situationen in Familien oder am Arbeitsplatz. Menschen, die sich einfach auf ihren Positionen festsetzen und sich nicht von der Stelle rühren. Verletzungen, die ein­ander zugefügt werden, teils durch Unachtsamkeit teils durch Missver­ständnisse. Dabei könnten wir ge­nau diese Auseinandersetzungen mit ein wenig Achtsamkeit und Ver­ständnis für das Gegenüber vermin­dern. Wenn wir aber dies schon nicht erreichen, wie können wir dann von grösseren Konfliktparteien verlangen, dass sie ihre Auseinan­dersetzungen friedlich lösen?

Eine Voraussetzung für Frieden ist Liebe und diese begegnet uns in Gott. Aus der Bibel wissen wir, dass er selbst, Gott, Liebe ist. Ein barm­herziger und gnädiger ist er und reich an Güte (Psalm 145,8 und über 5 000 andere Stellen in der Bibel). In die­ser Güte hat er uns sogar seinen Sohn Jesus, Immanuel (was so viel heisst wie Friedefürst) gesandt. Die­ser ist es auch, der uns letztlich von aller Schuld befreien möchte. Schuld, die wir mit uns tragen durch eben solche Missverständnisse und durch ein egozentrisches Leben. Er möchte uns in Freiheit führen. Weg von Sachzwängen, von Süchten, von al­lem, was uns nur um uns selbst krei­sen und den andern vergessen lässt.

Ja, eigentlich wüssten wir, wie es geht, wenn nur die andern das auch kapie­ren würden. Die andern? Und ich, hab ich es denn im Griff? Kann ich mich selbst annehmen mit all meinen Ecken und Kanten, all den Eigenar­ten, mit denen ich immer wieder kon­frontiert werde im Umgang mit mei­ner Umgebung, mit den Herausfor­derungen, die mir täglich begegnen?

Gott fordert uns auf: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Daraus lese ich, dass für die Liebe zum Nächsten eine gewisse Selbstliebe vorausgesetzt ist. Um mit meiner Umgebung ins Reine zu kommen, muss ich also zuerst mit mir selbst im Reinen sein.

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir den Konflikten in dieser Welt und in unserer Umgebung al­lein mit Liebe begegnen können und sie so entschärfen. Wenn wir all das Leid, das damit verbunden ist, auch nicht aus der Welt schaffen können, so wollen wir es doch mit Mitgefühl und Achtsamkeit etwas erträglicher machen.

Ich wünsche Ihnen einen friedlichen März.

CHRISTOPH KAESLIN, SOZIALDIAKON

 

BILD: JOUJOU / PIXELIO.DE