Herzlich willkommen in der reformierten Kirchgemeinde Nidau!


Die Kirchgemeinde Nidau besteht aus fünf Pfarrkreisen und umfasst die vier politischen Gemeinden Bellmund, Ipsach, Nidau und Port. Vier deutschsprachige Pfarrämter, mehr als 30 Mitarbeitende und eine grosse Zahl von Freiwilligen gestalten das kirchliche Leben.

La paroisse de Nidau est bilingue, et la communauté romande a un poste pastoral qu'elle partage avec la paroisse française de Bienne. 

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Editorial April 2017Fastenzeit

Noch ist Fastenzeit. Fasten vor Ostern ist eine uralte religiöse Tradition. Sie wurde in der reformierten Kirche in den letzten Jahrhunderten zuneh­mend vergessen. Das hat Gründe. Die Reformation lehrte, dass sich die Menschen den Himmel nicht mit irgendeinem Verhalten oder durch Ver- und Gebote erkaufen können.

Demgegenüber wird das Fasten in unserer Überflussgesellschaft al­lerdings wieder neu entdeckt. Ver­mehrt spüren Menschen, dass sie von Vielem genug haben: von den übervollen Regalen, von den vielen Verpflichtungen, von der Hektik im Alltag, von den Bildern am Fernse­hen. Sie möchten einfacher leben, zur Ruhe kommen, sogar wieder den Verzicht üben.

Genug haben

Dafür gibt es nichts Besseres als das Fasten. Fasten heisst: eine bestimm­te Zeit auf etwas verzichten. Daher kann man vom Handy fasten, vom Einkaufen, vom Autofahren oder Fernsehen, vom Rauchen, vom Alko­hol. Und natürlich auch vom Essen.

Verzichten befreit

Dabei macht man spannende Erfah­rungen. Man hat mehr Zeit – weil die Zeit zum Essen wegfällt. Man spart Geld, findet mehr äussere und innere Ruhe, fühlt sich voll von Energie, wach in der Wahrneh­mung, durchlässiger in den Gefüh­len. Natürlich nimmt man ab, wird durch Entschlacken gesünder, viel­leicht sogar von einer Krankheit be­freit und solidarisiert sich mit den Hungernden dieser Welt.

Fasten weckt aber auch Ängste. Kann man zehn Tage nichts essen, ohne zu verhungern? Warum soll man sich quälen? Natürlich ist es für den Körper auch ein Stress.

Aber es gibt auch ein befreiendes, sogar ein triumphierendes Gefühl, immer noch zu leben, obwohl man schon sieben Tage nichts gegessen hat. Die Lebensqualität steigt, wenn man das Handy mal einen Tag ir­gendwo gut versteckt liegen, den Autoschlüssel eine Woche getrost hängen lässt und alle Wege zu Fuss, auf dem Velo oder im Zug zurück­legt, zwei Wochen ohne Fernseher lebt und dem Kopf das Verarbeiten der vielen schweren Bilder erspart, den Schoggi-Vorrat ausgehen lässt, ohne ihn sofort wieder aufzufüllen.

Erfolg garantiert. Mit Gewinn. Versuchen Sie es!

PFARRER BRUNO WIHER

BILD: FOTOLIA.COM