Auftrag der Kirchgemeinde Nidau

 

«Die Kirchgemeinde Nidau will eine Gemeinde sein, die offen ist für die biblische Botschaft und die sich aufmerksam mit den Problemen der Gesellschaft auseinandersetzt. Sie will in ihr für die Werte und die Botschaft der Bibel einstehen.» (aus dem Leitbild)

Die Kirchgemeinde Nidau besteht aus fünf Pfarrkreisen und umfasst die vier politischen Gemeinden Bellmund, Ipsach, Nidau und Port. Vier deutschsprachige Pfarrämter, mehr als 30 Mitarbeitende und eine grosse Zahl von Freiwilligen gestalten das kirchliche Leben.

La paroisse de Nidau est bilingue, et la communauté romande a un poste pastoral qu'elle partage avec la paroisse française de Bienne.  


Mein Leitstern

Editorial Dezember 2014 [Bi...

Drei Weise aus dem Morgenland folgten einem Leitstern. Er führte sie in einen Stall zur Krippe. Was ist mein Leitstern heute? Was leitet mich? Auf wen oder was beziehe ich mich? Auf mich, mein Geld, meine Fähigkeiten? Auf einen andern, sein Geld, seine Fähigkeiten? Auf die Bibel, direkt auf Jesus oder Buddha? Um das zu ergründen, kann man verschiedene Fragen stellen. Letztlich geht es um meine Ziele. Diese sind abhängig von mir und von anderen. Deshalb machen folgende drei Leitfragen Sinn:

Wer bin ich?
Was bin ich für eine Person? Welche Eigenschaften zeichnen mich aus? Jede Eigenschaft hat positive und negative Seiten, ist in einer Kultur geschätzter oder weniger geschätzt. Wie stehe ich dazu? In dem, was wir als Schwäche empfinden, liegt stets eine Stärke. Das Umgekehrte gilt auch: Was wir als Stärke empfinden, verbirgt stets auch eine Schwäche. Je klarer ich mich als Person wahrnehme und kenne, desto einfacher ist es, mich zu akzeptieren, zu ändern, zu entwickeln.

Was ist mein Bezug zu den andern?
Mein Verhalten hat Einfluss auf andere. Wie auch die andern Einfluss auf mich nehmen. Ich habe Rollen­identitäten. In der Familie, bei der Arbeit, im Freundeskreis etc. Es kann sein, dass meine Selbstwahrnehmung und die Fremdwahrnehmung, d.h. wie die andern mich sehen, unterschiedlich ist. Dies herauszufinden und gegenseitige Erwartungen zu klären, ist hilfreich. Was will ich erfüllen, was nicht?

Was will ich?
Diese Frage hat – wie eingangs erwähnt – mit mir und meinem Umfeld zu tun. In welcher Zeit und mit welchen Personen ich lebe, welche Werte gelten, das beeinflusst auch meine Ziele. In wie weit die Ziele wirklich die meinen sind, darüber lohnt es sich immer wieder nachzudenken. Als Pfarrer empfehle ich hier das Gebet. Mein Wollen vor Gott zu bringen. Das bringt Abstand und Selbsterkenntnis. Und die Frage, was willst du, Gott, bringt Gotteserkenntnis. Beide bedingen einander.

Gehen Sie diesen Fragen nach.
In der Adventszeit haben Sie viele Gelegenheiten dazu. Lassen Sie sich inspirieren in einem Gottesdienst oder beim Besuch der Krippe in der Kirche, bei der Familien-Waldweihnacht, der Senioren-Weihnachtsfeier, an der Lichterwand in Ipsach, bei einem Konzert. Und kommen Sie – um es biblisch auszudrücken – dabei zur Krippe und staunen Sie wie ein Kind über das Neugeborene. Staunen Sie über den Himmel auf Erden, staunen Sie über das Eintreten des Göttlichen ins Irdische. Dann sind Sie im Advent und ist der Advent in Ihnen.

PFARRER RENATO MAAG

[Bild: ReM]