Herzlich willkommen in der reformierten Kirchgemeinde Nidau!


Die Kirchgemeinde Nidau besteht aus fünf Pfarrkreisen und umfasst die vier politischen Gemeinden Bellmund, Ipsach, Nidau und Port. Vier deutschsprachige Pfarrämter, mehr als 30 Mitarbeitende und eine grosse Zahl von Freiwilligen gestalten das kirchliche Leben.

La paroisse de Nidau est bilingue, et la communauté romande a un poste pastoral qu'elle partage avec la paroisse française de Bienne. 

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Auswärts …

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Vom 2. bis 4. September fand das Ge­meindewochenende in Signau statt; nicht traditionsgemäss in Montmi­rail, sondern im Emmental. Das Wet­ter war phantastisch. Gut zwanzig Teilnehmende, Erwachsene und Kinder, haben den schönen Ort, das gute Essen und das Programm ge­nossen. «Auswärts» passte als The­ma zum Anlass perfekt. Was heisst es, auswärts zu sein, was ist anders? Diese Fragen waren der Auftakt zum Programm am Samstagmorgen.

Auswärts sein, heisst sich neu orientieren, ganz praktisch, wo ist der Lichtschalter im Zimmer, wo Dusche und WC? Gerüche sind neu. Es ist anders in einer grösseren Gruppe zu sein, eine andere Aus­sicht zu haben …

Am Anfang steht ein Aufbruch

Dies als Resumée jeder Auswärts-erfahrung. Wir haben am Samstag­morgen solche Aufbrüche an zwei Beispielen aus dem Alten Testament vertieft: Rut, die Moabiterin, sprich Ausländerin. Sie ging lieber mit ih­rer Schwiegermutter Naomi ins Ausland, nach Bethlehem, als nach dem frühen Tod ihres Mannes zu­rückzubleiben. Sie erwartete eine bessere Zukunft, wollte mit der Schwiegermutter zusammenblei­ben, hoffte wohl auch auf die guten Sozialgesetze für Ausländer im alten Israel und auf Gott als Garant dieser Gesetze. Ihr Auswärts wurde ihre neue Heimat. Sie wurde die Urgross­mutter Davids, Stammmutter Jesu.

Die Zukunft ist Zuflucht und Ziel

Das zweite Beispiel ist Nehemia. Er war Spitzenbeamter in Babylon, war dort im Exil geboren und hatte Kar­riere gemacht. Die Nachricht, dass es seinem zurückgekehrten Volk schlecht geht, dauerte ihn. Er gab seine Stellung in der damaligen Weltmetropole auf, ging nach Jeru­salem und baute die Stadtmauer und die Stadt wieder auf. Das Volk wollte in der Folge das mosaische Gesetz hören. Es wurde vorgelesen, erklärt und verstanden. Danach wurde ein Fest verordnet: «Geht, esst Fettes, und trinkt Süsses, und gebt davon denen ab, für die nichts zubereitet wird. Denn dieser Tag ist unserem Herrn heilig. Und seid nicht bekümmert, denn die Freude am Herrn, sie ist eure Zuflucht!»

(Neh. 8,10).

Gemeinschaft gibt gute Gegenwart

Das Aufbrechen, Durchhalten im Auswärts, sei es Wüste, Exil oder Rückkehr werden in der Gemein­schaft, im gemeinsamen Festen fassbar und erfahrbar. Wir brauchen die Gemeinschaft, das Verbunden-Sein mit anderen, um überhaupt aufzubrechen, um durchzuhalten in der Öde, auch um uns zu freuen. Festen und Freude sind (wie auch Leid und Trauer) zu teilen.

Das Volk Israel kam mit der Rück­kehr mit dem verschriftlichen Ge­setz, den verordneten Festen an ein Ziel. Gottes Verheissungen began­nen sich zu erfüllen. Mit Christus ha­ben sich für uns Christen Gottes Ver­heissungen schon weiter erfüllt. Gottes Heil ist bei uns angekommen. Bei jedem einzelnen. Die Auswärts­erfahrung wird zur Heimaterfah­rung. Es gibt verschiedene Angebote dazu (siehe Seiten 14 und 15):

Pfarrer Markus Tschabold leitet 50 Jahre nach seiner Installation in Ni­dau am 2. Oktober den Gottesdienst in Nidau. Und freut sich sehr.

Sie können in Biel an den ökume­nischen Singtreffen teilnehmen und selber singen oder das Fest­konzert mit Pauken und Trompe­ten geniessen.

Vielleicht ist auch der Besuch des Gospel Theaters etwas Fremdes, das sie heimisch werden lässt.

Und zur Auslegung des «Unser Va­ter» auf Französisch sind Sie als Deutschschweizer/in auch herz­lich eingeladen.

Auswärtserfahrung kann so Heimat­erfahrung werden. Das wünsche ich mir.

PFARRER RENATO MAAG

BILD: RENATO MAAG