Auftrag der Kirchgemeinde Nidau

 

«Die Kirchgemeinde Nidau will eine Gemeinde sein, die offen ist für die biblische Botschaft und die sich aufmerksam mit den Problemen der Gesellschaft auseinandersetzt. Sie will in ihr für die Werte und die Botschaft der Bibel einstehen.» (aus dem Leitbild)

Die Kirchgemeinde Nidau besteht aus fünf Pfarrkreisen und umfasst die vier politischen Gemeinden Bellmund, Ipsach, Nidau und Port. Vier deutschsprachige Pfarrämter, mehr als 30 Mitarbeitende und eine grosse Zahl von Freiwilligen gestalten das kirchliche Leben.

La paroisse de Nidau est bilingue, et la communauté romande a un poste pastoral qu'elle partage avec la paroisse française de Bienne.  


Vom Donnerwetter

Ed. April 2015

Der April macht, was er will. So sagt der Volksmund. Das ist überlieferte Weisheit. Die vorangegangenen Ge­nerationen und auch wir Lebende haben es erfahren: Es kann regnen, schneien, es kann lau sein. Wir ha­ben das Wetter nicht im Griff. Des­halb reden wir oft übers Wetter. Es betrifft uns. Manche sind wetterfüh­lig, können bei Vollmond nicht schlafen, hoffen auf Wärme, fürch­ten die Hitze, haben Angst vor dem Gewitter, sind fasziniert vom Blitz, vom Wetterleuchten. Das Wetter ge­schieht. Es beeinflusst uns. Wir sind in einem viel umfassenderen Sinn vom Wetter abhängig als uns be­wusst ist.

Wir sind auch von Gott abhängig, vermutlich in einem viel umfassen­deren Sinn als uns dies bewusst ist. So sagt es zumindest unser Glaube. Öffentlich darüber zu reden, ist schwierig; es fliesst nicht so leicht über die Lippen wie die Rede vom Wetter. Wir haben Metaphern: Stür­me des Lebens, vom Regen in die Traufe, das Donnerwetter, der zweite Frühling. Alles neu macht der Mai.

Das Wetter animiert unsere Vorstel­lung, auch unsere Glaubensvorstel­lung. Es gibt schöne Bilder, Hoff­nungsbilder. Nach dem Regen scheint die Sonne. Glaube ich das? Glaube ich, dass nicht das Kalte, De­pressive das letzte Wort hat, son­dern dass es licht wird? Dass das Donner-Wetter eine Entladung ist, ein reinigendes Gewitter, ein Blitz­licht, und nicht das Ende?

«Der Herr ist mein Licht und mei­ne Rettung», sagt der Psalmist (Ps 27, 1). Gott ist Licht, sagt der Evan­gelist Johannes: Jesus sagt: Ihr seid das Licht der Welt. Reden wir darü­ber – öffentlich!

Bald ist Ostern. Wir vergegenwärti­gen uns die Kreuzigung und Aufer­stehung Jesu. «Und es war schon um die sechste Stunde, und eine Finsternis kam über das ganze Land bis zur neunten Stunde, und die Sonne verfinsterte sich; und der Vorhang im Tempel riss mitten ent­zwei.» So berichtet der Evangelist Lukas (Luk. 23, 44–46). Dahinter steht einer, der Zeichen setzt, Don­nerwetter und Sonnenschein bringt. Er lässt Neues spriessen. Nicht nur in der Natur, auch in unserem Inneren.

An Ostern haben Sie verschiedene Gelegenheiten, sich mit Vergehen und Werden, Dunklem und Hellem in der Kirche auseinanderzusetzen: Zum Beispiel am Gründonnerstag im Gottesdienst mit Abendmahl und Fusswaschung. Oder am Ostermor­gen in der dunklen Kirche, bis das Licht einbricht. Die Übersicht über alle Ostergottesdienste finden Sie auf Seite 14. Das Pfarrteam freut sich, Sie in einem dieser Gottes­dienste zu begrüssen. Es würde uns auch freuen, Sie bei einem der wei­teren Gemeindeanlässe willkommen zu heissen, z.B. als Familie an unse­rem Weekend in Montmirail oder als Seniorin oder Senior an der Jubila­renfeier oder während der Senio­renferien in Alt St. Johann und die Kinder natürlich in der Jungschar Nidau oder Ipsach.

Mit österlichem Willkommensgruss

PFARRER RENATO MAAG

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