Herzlich willkommen in der reformierten Kirchgemeinde Nidau!


Die Kirchgemeinde Nidau besteht aus fünf Pfarrkreisen und umfasst die vier politischen Gemeinden Bellmund, Ipsach, Nidau und Port. Vier deutschsprachige Pfarrämter, mehr als 30 Mitarbeitende und eine grosse Zahl von Freiwilligen gestalten das kirchliche Leben.

La paroisse de Nidau est bilingue, et la communauté romande a un poste pastoral qu'elle partage avec la paroisse française de Bienne. 

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Eine Vision bewegt

Bild MA

Eine Vision ist ein Zukunftsbild, malt eine gewünschte Zukunft, viel­leicht auch einen gewünschten Ort, motiviert und bewegt, diese Zu­kunft, diesen Zustand, dieses Ideal zu erreichen. Eine Vision hat die Kraft zu begeistern. Das war schon bei Jesaja und seiner Vision des messianischen Friedensreichs so. Dieses Bild ist heute und wohl auch zukünftig aktuell.

Die Reformierten Kirchen Bern- Jura-Solothurn haben in der Synode mit Vision Kirche 21, gemeinsam Zukunft gestalten, unsere aktuelle Vision angestossen und in einem dreistufigen Prozess durchgeführt. 5748 eingereichte Fragen wurden in 13 Spannungsfelder verdichtet und in einen Hauptsatz und sieben Leit­sätzen zusammengefasst. Die Er­gebnisse sollen ein Geburtstagsgeschenk zum Reformationsjahr sein und wurden diesen Frühling ersten interessierten Kreisen prä­sentiert. Sie sind vom Synodalrat am 12. Januar 2017 einstimmig geneh­migt und zuhanden der Sommersyn­ode vom 30. Mai 2017 verabschiedet worden. Gerne gebe ich hier meine eigenen Eindrücke dazu bekannt.

Der Hauptsatz von Vision Kirche 21 lautet: «Von Gott bewegt. Den Menschen verpflichtet.» Damit wird Ursprung, Auftrag und Ziel der Kir­chen genannt. Der Satz zeigt den Grund der Bewegung: Gott und das Ziel: den Menschen.

Er wird ausgeführt in sieben Leit­sätzen. Sie sollen bewegen und an­regen zu überlegen, was dies für die jeweilige Gemeinde bedeuten kann. Ich gebe sie hier mit kurzen Kom­mentaren wieder:

«Auf die Bibel hören – nach den Menschen fragen.» Das Beidseitige, in Austausch gesetzt, der gegenseiti­ge Bezug, hören und fragen, das Pas­sive und Aktive gehören zueinander.

«Vielfältig glauben – Profil zei­gen». Auch diese Spannung der re­formierten Glaubensbreite und den­noch klarem Erkennbar-Sein machen die Reformierten aus.

«Offen für alle – solidarisch mit den Leidenden.» Reiche und Arme, Opfer und Täter, niemanden aus­schliessen, aber mit einem klaren Bekenntnis zur Solidarität zeichnet Kirche aus.

«Den Einzelnen stärken – Ge­meinschaft suchen.» Hier steht das Tun im Zentrum, das Individuum in seiner Art – aber auch der Auftrag, zusammen, miteinander zu gehen.

«Bewährtes pflegen – Räume öff­nen.» Altes und Neues nebeneinan­der, nicht gegeneinander erfassen. Bei der Pflege der Tradition aber nicht vergessen, dass das Neue Raum braucht, ein Suchprozess ist.

«Vor Ort präsent – die Welt im Blick.» Die Gemeinde und die Auf­gaben vor Ort sind eingebettet in Grösseres: Bezirk, Kanton, Land, Welt. Verschiedene Blickwinkel einnehmen schärft den eigenen Blick.

«Die Gegenwart gestalten – auf Gottes Zukunft setzen.» Diese ab­schliessende Aussage weist über uns hinaus und zeigt das Zusam­menspiel von Mensch und Gott.

In diesem Sinne können diese Leitsätze zu einer Vision werden, wenn wir zusammen als Ortsge­meinde und auf verschiedenen Ebe­nen miteinander diskutieren, was sie in unserer konkreten Situation bedeuten. Sich nur auf einen Leit­satz vertieft einzulassen, die genaue Wortwahl erfassen und gemeinsam reflektieren, kann Prozesse in Gang setzen, die visionär werden.

Vision Kirche 21 und das Kir­chenfest zur Vision 21 mit den acht Gottesdiensten und dem Risotto­essen auf dem Waisenhausplatz am 10. September 2017 in Bern kann so zum Start eines Prozesses in den Gemeinden werden: das eigene Zu­kunftsbild zu zeichnen. Dafür eig­nen sich die Leitsätze sehr. Bravo.

PFARRER RENATO MAAG

 

Bildlegende: «Peaceable Kingdom of the Branch» von Edward Hicks (Ausschnitt), ca. 1822–25

BILD: ABBY ALDRICH ROCKEFELLER FOLK ART MUSEUM