Herzlich willkommen in der reformierten Kirchgemeinde Nidau!


Die Kirchgemeinde Nidau besteht aus fünf Pfarrkreisen und umfasst die vier politischen Gemeinden Bellmund, Ipsach, Nidau und Port. Vier deutschsprachige Pfarrämter, mehr als 30 Mitarbeitende und eine grosse Zahl von Freiwilligen gestalten das kirchliche Leben.

La paroisse de Nidau est bilingue, et la communauté romande a un poste pastoral qu'elle partage avec la paroisse française de Bienne. 

Wir freuen uns, wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen.

A bientôt...

Kontakt und Adressen

Personen

Gebäude

 

Vertraut den neuen Wegen?

Editorial April 2016

Neue Wege gehören zu jedem Le­ben. Manchmal freuen wir uns auf sie. Manchmal erschrecken sie uns. Und bisweilen sind sie gleichzeitig verheissungsvoll und beängstigend.

Ich denke an den Antritt einer Leh­re, oder an das Wagnis eines Lebens zu zweit. An das Antreten einer neu­en Arbeitsstelle. An das Überneh­men von Verantwortung für Kinder. An den Aufbruch in ein neues Leben an einem unbekannten Ort. Auch an die Pensionierung.

Ein Lied. Ein neues Lied hat die neuen Wege zum Thema: Klaus Pe­ter Hertzsch aus Jena (ehemals DDR) hat den Text 1989 gedichtet. Ein Freund hatte ihn um ein Lied für die Hochzeit seiner Tochter gebeten.

Das Lied wurde im Jahr 1989 an einer Trauung erstmals gesungen. Kirchliche Kreise in der DDR ver­sammelten viele kritische Bürger, auch viele junge Leute, die sich für Veränderungen einsetzten, sich dem Unrechtsstaat widersetzten. Sie ent­deckten das Lied für ihre Bewegung. Es brachte ihre Hoffnungen zum Ausdruck. Das Lied wurde an Mahn­wachen und Gottesdiensten in den letzten Monaten vor dem Mauerfall gesungen. Und es wurde ins neue Gesangbuch aufgenommen.

Flüchtlingsströme. Seit einigen Monaten dominieren Flüchtlings­ströme unsere Nachrichtensendun­gen. Hunderttausende Menschen sind aus Kriegsgebieten aufgebro­chen und hoffen, in Europa eine neue, sichere Heimat zu finden. Sie lassen alles zurück und riskieren ihr Leben auf gefährlichen Reisen. Sie vertrauen sich für teures Geld Schlep­pern an. Sie werden in überfüllten Flüchtlingslagern untergebracht. Und sie versuchen, an ihren einge­schlagenen neuen Weg zu glauben, an ihren Weg ins «gelobte Land».

Können und wollen wir sie auf­nehmen? Wie soll das gehen? Gibt es da neue, gehbare Wege für uns? Wie sehen die aus?

Unser Lied will jetzt Mut machen. Den Flüchtlingen und uns. Allen Menschen. Das Lied erinnert uns daran, dass leben sich bewegen heisst: sich regen, wandern, auszie­hen, aufbrechen. Es gilt, Abschied zu nehmen vom Gewohnten und nach vorne zu blicken.

Neue Wege sind Gottes Wege, Gott sichert uns seine Begleitung und Liebe zu, jeder Regenbogen er­innert uns daran. Gott kommt uns entgegen – die Zukunft ist sein Land, heisst es. Und wir bekommen einen Auftrag: Wir sollen ein Segen sein für die Erde – wir sollen verant­wortungsbewusst umgehen mit den Menschen und mit der ganzen Schöpfung. Gott hat uns unser Le­ben geschenkt (eingehaucht), Gott hat etwas vor mit uns.

Helfen uns diese hoffnungsvollen Gedanken trotz der gegenwärtigen grossen Herausforderungen neuen Mut zu schöpfen und neue Wege zu gehen? Wagen wir es, auf die offe­nen Tore zu vertrauen? Können wir an das helle und weite Land glau­ben, das Gott uns verheisst?

1. Vertraut den neuen Wegen,

auf die der Herr uns weist,

weil Leben heisst: sich regen,

weil Leben wandern heisst.

Seit leuchtend Gottes Bogen

am hohen Himmel stand,

sind Menschen ausgezogen

in das gelobte Land.

2. Vertraut den neuen Wegen

und wandert in die Zeit!

Gott will, dass ihr ein Segen

für seine Erde seid.

Der uns in frühen Zeiten

das Leben eingehaucht,

der wird uns dahin leiten,

wo er uns will und braucht.

3. Vertraut den neuen Wegen,

auf die uns Gott gesandt!

Er selbst kommt uns entgegen.

Die Zukunft ist sein Land.

Wer aufbricht, der kann hoffen

in Zeit und Ewigkeit.

Die Tore stehen offen.

Das Land ist hell und weit.

PFARRERIN EVA JOSS

 

BILD: L.M. / PIXELIO.DE