Reformierte Kirche in der deutschen Schweiz : Muslimischer Dachverband in der Schweiz gewünscht

Muslimischer Dachverband in der Schweiz gewünscht

13.12.09 20:40

Von: sda

Nach der friedlichen Demonstration von 500 bis 800 Muslimen vom Samstag in Bern ist am Sonntag der Ruf nach einer einheitlichen Islam-Dachorganisation laut geworden. So hätten die Behörden einen Ansprechpartner und die Imame wären leichter zu kontrollieren.

 

Die Forderung erhob Hisam Maizar, der Präsident der Föderation islamischer Organisationen in der Schweiz (FIDS). Bis zu einem einheitlichen Dachverband sei der Weg allerdings noch weit, sagte Maizar in einem Interview mit der Westschweizer Sonntagszeitung "Le Matin Dimanche".

Maizar sagte, die Muslime in der Schweiz müssten mit den Behörden zusammenarbeiten, etwa beim Umgang mit radikalen Geistlichen. Die Gläubigen nämlich wüssten im Gegensatz zu den Behörden, worüber an ihren Kultstätten gepredigt werde. So könnten die Muslime durchaus auch bei der Erteilung von Visa an Imame ein Wort mitreden. Das sei etwa in Österreich schon der Fall.

Das Fehlen eines Muslim-Dachverbands macht sich auch beim Bund bemerkbar. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hat die verschiedenen Organisationen an einen runden Tisch gerufen.

Das Treffen soll noch vor Weihnachten stattfinden, wie Philippe Piatti, Sprecher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD), am Sonntag der Nachrichtenagentur SDA sagte. Ein erstes Treffen vom September war der Integration gewidmet.

An der samstäglichen Demonstration nahmen schätzungsweise 500 bis 800 Personen teil. Die Hauptbotschaft der Redner war das aus ihrer Sicht falsche Islambild in der Schweiz. Die bewilligte Kundgebung verlief friedlich.

Zur Kundgebung gehörten auch Informationsstände mit Schriften über den Islam. Etliche Kundgebungsteilnehmer hielten Plakate in die Höhe, auf denen etwa stand: "Wir sind keine Extremisten, weil wir Islam praktizieren".


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