Die
Stadt Glarus wurde im 8. Jahrhundert als eine Stiftung durch das Kloster Säckingen
gegründet. Bei Ausgrabungen wurden jedoch Überreste einer Kirche aus der
Zeit von 600-650 n. Chr. gefunden. Während Jahrhunderten stand für die
ganze Talschaft nur in Glarus eine Kirche. Ohne die Zustimmung der Äbtissin
von Säckingen durfte im ganzen Tal keine Kirche gebaut werden. Erst 1282
trennte sich die Kirchgemeinde Matt von Glarus, und später folgten
andere.
Das
Land Glarus wurde von 1264 bis 1388 von den Habsburgern verwaltet. Es
wurde 1352 durch den «minderen Bund» mit der Eidgenossenschaft verbündet
und 1473 gleichberechtigtes Mitglied. 1506 kam
Huldrych Zwingli als 22jähriger
von der Universität Basel als katholischer Pfarrer für 10 Jahre nach
Glarus an seine erste Pfarrstelle. Während der Zeit von 1513-1515
begleitete er die Glarner Truppen in die Mailänderkriege. Dabei erhielt
er Einblick in politischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge des Söldnerwesens.
In Gedichtform predigte er gegen die Politik, welche das Söldnerwesen förderte.
Nach einer Zwischenzeit von zwei Jahren kam Zwingli 1518 ans Grossmünster
von Zürich, wo er sofort die Reformation einleitete. Anfänglich hielten
die Glarner zu den fünf alten Orten der Eidgenossenschaft, d. h. wollten
von der neuen Lehre nichts wissen. Durch die Handelsbeziehungen mit Zürich
kam die neue Lehre trotzdem früh nach Glarus. Die Anhänger der
Reformation und diejenigen der alten Lehre waren zahlenmässig etwa gleich
stark. Mehrere Landsgemeinden konnten keinen eindeutigen Entscheid für
oder gegen die Reformation fassen. 1529 wurde beschlossen, dass jede
Kirchgemeinde selber bestimmen kann, ob sie die Reformation einführen
will oder nicht. Der persönliche Glaube jedes einzelnen soll geachtet und
nicht verspottet werden.
Seit
dieser Zeit diente die Kirche von Glarus bis 1964 beiden Konfessionen zum
Gottesdienst. Bei der Volkszählung 1980 entsprach das Verhältnis
Protestanten/Katholiken 52/48, also etwa ähnlich wie im 16. Jahrhundert.