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Ägyptologe und engagierter WaldenserAntonio Loprieno, Rektor der Universität Basel, leitet im Nebenamt eine kleine Kirchgemeinde. Von Monika Dettwiler* Obwohl Antonio Loprieno sich selbst als Weltbürger beschreibt, fühlt er sich jetzt, in Basel, richtig zuhause. Zu seinen Lebensstationen gehören sein Geburtsort Bari im Stiefelabsatz Italiens, dann Brüssel, Turin, Göttingen, Los Angeles. «Es ist schon sensationell, wie meine jetzige Heimat die besten Merkmale meiner früheren Standorte ideal zusammenfasst», freut sich der Rektor der Universität und Kirchenvorstand der kleinen Waldensergemeinde in Basel. Ein Ordinarius für Ägyptologie aktiver Waldenser? Tangieren da etwa uralte Erfahrungen aus dem Land der Pharaonen die Waldenserspiritualität? Nein, in seinem religiösen Verständnis fühlt Antonio Loprieno sich rein waldensisch. Das schliesse aber nicht aus, «dass das eine oder andere ägyptische Element auch einem liberalen Christen als Inspirationsquelle dienen kann». Antonio Loprieno glaubt nicht, dass seine kirchliche Funktion eine Rolle in seiner Wahrnehmung als Rektor spielt, und das findet er auch gut so, «denn die Universität ist ein eminent laizistisches Gebilde». Auch seine Familie verstand sich eher als laizistisch und liberal denn als evangelisch, und Loprieno kehrte erst im Lauf seiner Jugend («vielleicht auch als Kontrast») zur konfessionellen Identität zurück. In seiner Zeit im Ausland, fern von waldensischen Gemeinden, besuchte der Professor auch reformierte und lutherische Gemeinden. In den USA war er zeitweise in evangelischen – nicht evangelikalen – Gemeinden tätig, aber ohne Führungsfunktionen zu übernehmen. Mit der Leitung der Basler Waldensergemeinde hat Antonio Loprieno Neuland betreten. Die Zeit für das ihm wichtige Nebenamt muss der beruflich stark engagierte Rektor und Dozent sich allerdings erkämpfen. «Das gelingt mir vielleicht weniger, als ich mir wünschen würde, aber meine Brüder und Schwestern zeigen sich sehr tolerant.» Als Prioritäten seines kirchlichen Engagements sieht er «den Dialog zwischen der Waldensergemeinde und den Basler reformierten Kirchen, die uns aufnehmen und unterstützen, und die Aufrechterhaltung der Identität der Gemeinde». Sie zählt 120 Mitglieder, ist überaltert, «wir versuchen jetzt jüngere Menschen zu motivieren». *Monika Dettwiler ist Co-Chefredaktorin der Reformierten Presse. Quelle: Reformierte Presse Nr. 47/08. |
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