Innocent Himbaza: «Ich lebe meinen Traum»

(Bild zvg)

Für den Synodalrat und Unidozenten mit ruandischen Wurzeln sind Reformiertsein, Ökumene und Familie wichtig.

Von Monika Dettwiler *

Die Bibel ist immer noch für einen Massenansturm gut. Einen solchen strebt jedenfalls das ökumenische Organisationskomitee des FestiBible in Freiburg an, in dem Innocent Himbaza reformierterseits sitzt. Das Fest mit dem Motto «Eine andere Botschaft erklingt im Herzen der Stadt» ist zwar erst für den 17. bis 19. September 2010 geplant, aber bereits laufen Vorbereitungen und Sponsorensuche für Ateliers, Konzerte, ein Nonstop-Bibellesen, ein Bibel-Rallye sowie ein biblisches Dorf auf der Place Georges-Python und vieles mehr. Denn erwartet werden 20 000 Besucher.

Innocent Himbaza ist Gemeindepfarrer in Estavayer-le-Lac, Privatdozent an der Universität Freiburg und im Synodalrat für das Ressort Kommunikation zuständig. Sein Name ist Omen, nicht nur für das FestiBible, sondern überhaupt. Denn er kommt aus dem Ruandischen und bedeutet so viel wie Lobpreisung.
«Meine Eltern sind im Glauben sehr engagiert, sie haben mich schon damals in Afrika ganz natürlich zum Kirchenleben hingeführt», erzählt der 44-Jährige. Weil er schon als Jugendlicher die Bibel kennen und verstehen wollte, hätten ihn die Antworten von Katecheten und Pfarrern nicht voll zu befriedigen vermocht. «Wenn ich einmal gross bin, sagte ich mir, werde ich all das studieren und meine eigenen Antworten finden.»

Gut in Freiburg integriert
In der Schweiz dann führte ihn diese Neugierde zu Theologiestudium, Promotion und Habilitation. «Ob ich selbst jetzt anderen befriedigende Antworten gebe, das weiss nur Gott», lacht der dunkelhäutige Schweizer Bürger, der sich gern in die typisch reformierte Freiburger Kirche integriert hat. Sein ganzes Engagement bezeuge aber auch seinen ausgeprägten ökumenischen Sinn. Gerade deshalb ist es für ihn wichtig, das FestiBible von Anfang an zu begleiten. Besonders freut ihn, dass in den Schulen bereits ein Bibelwettbewerb angelaufen ist, der sein Finale auf dem Podium des Bibeldorfs finden wird.

Und was tut ein derart engagierter Kirchenmann in der Freizeit? Er liebt die Musik, er dirigiert eine Gospelgruppe, und wichtig ist ihm der Sport. Über allem aber steht die Familie. «Verheiratet bin ich mit Liliane, und wir haben vier wunderbare Kinder», schwärmt er. «In freien Momenten erkunden wir zusammen die Welt.» Zukunftspläne hat Himbaza keine: «Ich lebe bereits meinen Traum im Frieden und in der Freiheit.»

Monika Dettwiler ist Co-Chefredaktorin der Reformierten Presse.

Quelle: Reformierte Presse 2/10.

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