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«Unser Erzieher in Wien war ein SS-Unterscharführer»
Pfarrer Hans Jaquemar, Jahrgang 1932, 9485 Nendeln FL SS-Erziehung in funktionierendem Kloster Pfarrer wollten der NSDAP beitreten Die Evangelische Kirche in Österreich bekam durch die Drangsale der erzkatholischen reaktionären Ära im Ständestaat unter Dollfuss und Schuschnigg eine sehr deutschnationale Schlagseite. Der «deutsche» Luther. Es gab Pfarrer, die sich beim Führer beschwerten, dass sie als Pfarrer nicht der NSDAP beitreten durften und damit Juden gleichgestellt würden. Mein Vater und meine Mutter folgten der allgemeinen Begeisterung – wobei wir Kinder es unserem Vater zeitlebens danken, dass er sich sofort nach 1945 zum Irrtum seines Lebens öffentlich bekannte, nachdem liebe Freunde in der Kirche, in der er ein angesehener Mann war, diese Jahre verschweigen wollten. Ich bin überzeugt, dass meine Eltern von dem Furchtbaren der Nazizeit nichts wussten; wir Kinder erwachten nach dem Krieg in ein völlig neues Bewusstsein hinein. Das danke ich auch unseren Lehrern, die zum Grossteil als Gezeichnete aus dem Krieg nach Hause kamen. Weshalb war die Nachkriegszeit so militarisiert? PS: Da ist noch etwas nachzutragen: Ich erinnere mich, als meine Grosseltern in den Jahren vor 1939 vom Ersten Weltkrieg erzählten. Wenn ich manchmal betroffen bin, wie die heutige Generation die Kriegs- und Nazizeit kaum zum Thema hat, während sie meiner Generation immer gegenwärtiger und bewusster wird (Alterserscheinung?), dann muss ich mich zurecht schütteln, weil das ja inzwischen 60 Jahre her ist. © Reformierte Medien und Autor |
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