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«Pfarrer abgewählt wegen Anti-Nazi-Predigten»
Pfarrerin Barbara Hugentobler-Rudolf, Jahrgang 1933, 8126 Zumikon ZH Der Pfarrer stand mit der Familie auf der Strasse Die Stellensuche war in einer solchen Situation auch damals sehr schwierig. Ein zweites Zeichen setzten meine Eltern, indem der ältere Sohn bei uns unkompliziert aufgenommen wurde, um weiterhin das Gymnasium besuchen zu können. Beide Familien blieben bis zu ihrem Tod in Freundschaft verbunden. Lebensmittelkarte verloren Für die Allgemeinheit galt es Ähren aufzulesen, jedes Korn war wertvoll (wie bei Ruth!) und zweimal in der Woche an einem freien Nachmittag mussten wir einen Duvetanzug voll Mohnkapseln aufschneiden für die Ölproduktion. Es gab manche Blase an den Fingern und Tränen! Eines Tages wurde ich beauftragt, die normale Mahlzeitencouponkarte meiner Mutter auf der Gemeindekanzlei in eine Diätkarte umzutauschen. Ich durfte mit dem Velo hinfahren. Aber wo die neue Karte verstauen, ohne Gepäckträger und ohne Sack? Ich stopfte sie kurzentschlossen hinter den Schürzenlatz und fuhr los. Oh Schreck, zu Hause angekommen war keine Karte mehr da. Der Tadel war vorprogrammiert, ebenso eine schlaflose Nacht, Einschränkungen ersichtlich. Am Vormittag kam dann das erlösende Telefon von der Gemeinde: Die Karte sei von einem ehrlichen Finder abgegeben worden und abholbereit. Das war nur möglich, weil alle Karten mit den Namen versehen waren. © Reformierte Medien und Autorin |
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