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«Mein Onkel sympathisierte mit den Nazis»Pfarrer Hans Wirth, Jahrgang 1922, 8487 Rämismühle ZH Naziangehauchte Seminarlehrer Die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges beschäftigten mich sehr. Manchmal ertönte in der Nacht die Sirene, die auf unserem Schulhaus angebracht war. Ich betete schon damals um Schutz und Schirm und um Beendigung des Krieges. Ganz in der Nähe der Stadt stürzte ein amerikanisches Flugzeug ab, und in Schaffhausen wurde ein Haus zerstört. Schlimmer war es, dass einige Lehrer des Seminars nationalsozialistisch angehaucht waren. Dies merkte ich zum Beispiel beim Deutsch- und Geschichtsunterricht. Aber ich realisierte die Tragweite des Nazidenkens kaum. Erst nach dem Krieg wurden gewisse Lehrer suspendiert. Mein Onkel, ein Schweizer, ging für Deutschland in den Krieg Leider gab es auch Schweizer Offiziere, die mit den Nazis sympathisierten. So einer war auch ein Onkel von mir. Er war Hauptmann, früher Industrieller in Argentinien. Er verliess meine Tante und zog nach Deutschland in den Krieg, wo er gefallen ist. Die Tante zog zu ihrer Schwiegermutter und konnte gut leben und friedlich sterben. Die Rationierung erlebten wir nicht so negativ. Wir tauschten auch Rationierungsmarken aus untereinander. In der Schweiz hatten wir nicht viele Entbehrungen zu spüren. Wir konnten immer wieder Früchte und Süsswaren kaufen. Auch hatten wir genug Brot und Fleisch. Wir sind sehr dankbar, dass wir so ungeschoren durch den Krieg kamen. Beim Wandern konnten wir auch Milch trinken ohne Marken, auf den Alpen. Jetzt ist unsere Situation eher schwierig. Das Finanz- und Bankwesen muss neu überdacht und geordnet werden. Gott helfe uns im Sinne einer Neuorientierung und auch im Sinne besserer Solidarität mit den Ärmsten der Welt. © Reformierte Medien und Autor |
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