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«Es gab schwarze Listen mit Nazi-Sympathisanten»Pfarrer, Jahrgang 1933, Kanton Zürich (Name der Redaktion bekannt) Ich weiss vor allem das, was ich als Kind selbst erfuhr: die nächtlichen Alarmsirenen in der Stadt Zürich, die mich aus dem Schlaf aufschreckten, die von uns Kindern als Sensation beobachteten Notlandungen fliegender Festungen der Alliierten auf dem Flugplatz Dübendorf und natürlich die Lebensmittel-Rationierungen. Darüber hinaus ist mir etwas in Erinnerung geblieben, was mich damals tief beeindruckt hat. Mein Grossvater, Buchdrucker und Sozialdemokrat in einer Zürcher Landgemeinde, war, wie viele Schweizerinnen und Schweizer damals, besorgt wegen der mit Hitler-Deutschland sympathisierenden Schweizer, von denen manche einen Anschluss der Schweiz ans nationalsozialistische Deutschland mindestens nicht ablehnten. Mein Grossvater erzählte mir, in seinem Dorf und in andern Dörfern des Kantons habe es schwarze Listen mit solchen Nazi-Sympathisanten gegeben. Wäre Hitlers Armee in die Schweiz eingefallen, so wären die auf den Listen vermerkten Personen von verteidigungsbereiten und Hitler-feindlichen Gruppen von Schweizern umgebracht worden. Zum Glück musste die Frage nie beantwortet werden, ob und wie dies tatsächlich geschehen wäre. Ich gebe diese Erinnerung bewusst ohne genauere Daten (Personen- und Ortsnamen) weiter. Man weiss nie, welche persönlichen Betroffenheiten da auf einmal noch angesprochen sein könnten. © Reformierte Medien und Autor |
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