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«Die Gestapo kam wegen Vaters Losungsbriefen»Pfarrer Fritz Wagner, Jahrgang 1931, 5200 Brugg AG Der Gestapo-Wagen mit Vater lief den Amerikanern in die Arme Ich war 13, Vater Ende 40, er war nicht eingezogen worden zum Kriegsdienst, weil er noch vom Ersten Weltkrieg her Wunden hatte. Wir beide schafften alle Unterlagen ausser Haus, die Schreibmaschine brachte ich der Tante in der Altstadt. Es klappte. Es war der 2. Mai, am 9. Mai sollte der Krieg zu Ende gehen. Man hörte schon Kanonendonner in den Städten der Nachbarschaft. Da tauchte die Gestapo auf und sagte meinem Vater, ein Soldat habe Suizid gemacht und dort einen Monatsbrief des Vaters gefunden. Welcher Soldat das war, erfuhr Vater nicht. Zwei Tage später nahm die Gestapo Vater mit, wir wussten nicht wohin. Für solche Typen gäbe es das KZ, sagten die Leute der Gestapo unter der Haustür. Ich wusste nicht, was das war, ich dachte, es sei ein Gefängnis. Wir, seine Familie, standen allein. Wir werweissten, ob wir Vater zu Hilfe kommen sollten, aber wir hatten Angst und vertrauten auf Gott. Drei Tage später überrollte die Front der Amerikaner Ansbach. Der Transportwagen mit Vater lief den amerikanischen Fronttruppen in die Arme, Vater und andere kamen in US-Schutzhaft. Unser Vater war gerettet. © Reformierte Medien und Autor |
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