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«Die Briefe des hingerichteten Landesverräters»
Pfarrer Theodor Pfister-Peter, Jahrgang 1921, 8600 Dübendorf ZH Onkel Bundesrat für die Juden Flüchtlinge in der Kohle Exekution eines Verräters Für mich war die Sache nach der Exekution aber nicht fertig. Kurz nach Kriegsende freundeten sich meine Eltern in den Ferien mit einem Ehepaar an. Es waren die Eltern dieses Landesverräters. Der Sohn war arbeitslos gewesen, hatte Dienst bei den Grenzsoldaten getan. Als man ihm Geld bot, zeichnete er die Lage seiner Bunker und gab ihre Bewaffnung bekannt. Von diesen Eltern bekam ich Einsicht in die Korrespondenz ihres Sohnes, in seinen Abschiedsbrief an Vater und Mutter. Sicher ist, dass der Verräter für seine Handlung rund 3000 Franken erhalten hat. Er gestand in seinen Briefen seine Schuld, tat Busse und lehnte es zum Schluss ab, ein Gnadengesuch einzureichen. So wurde er erschossen. Das Rekrutenregiment Wir Soldaten mussten Boxkämpfe austragen, in tiefe Sandgruben hinunterspringen, auf Tannen klettern und uns über die äusseren Äste zu Boden gleiten lassen ... Es gab viele Schrammen, Verletzungen und Unfälle. Nach den ersten paar Wochen wurde ich abkommandiert in eine Unteroffiziersschule. Am Bahnhof sah ich zufällig, wie unsere Sanitätssoldaten ihr Material und vor allem ihre Kranken umziehen mussten. Ich zählte fast 200 Verletzte bei einer Regimentsstärke von 1000 Mann. Es ist leicht einzusehen, warum dieser Versuch nicht mehr wiederholt wurde. In allen Berichten, die ich später in den Zeitungen las, wurde das Rekrutenregiment nie erwähnt. Einmal bekamen wir Befehl, in einem kleineren Dorf allen Menschen zu sagen, Deutschland habe an irgendeinem Ort die Grenze überschritten. Jedermann musste sich heimbegeben. Die Schüler wurden heimgeschickt. Läden geschlossen. Fahrzeuge aufgehalten. Sogar ein Zug der Talbahn durfte nicht weiterfahren. Dann kamen Obere, die unsere Offiziere scharf kritisierten. Die Übung wurde abgebrochen. Wir lachten. Es ist verständlich, dass dieses Rekrutenregiment in keinem Bericht über die militärische Sicherheit je erwähnt wurde. © Reformierte Medien und Autor |
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